Stallsingen in der Arche Alfsee Musizieren in Rieste zwischen Eseln und Hühnern

Von Lydia Münstermann

Für die Musik sorgten (von links) Ellen und Felizitas Eilermann, Siegbert Wulf-Ehmann, Beate Wulf und die Kinder der 5-Tage-Wochengruppe. Foto: Lydia MünstermannFür die Musik sorgten (von links) Ellen und Felizitas Eilermann, Siegbert Wulf-Ehmann, Beate Wulf und die Kinder der 5-Tage-Wochengruppe. Foto: Lydia Münstermann

Rieste. Schon seit langer Zeit gibt es den Brauch, der ursprünglich aus Süddeutschland kommt: In den Rauhnächten, den Nächten zwischen den Jahren, findet alljährlich das Stallsingen statt. So auch in der Arche Alfsee.

12 Nächte liegen zwischen dem Sonnen- und dem Mondjahr, das weniger Tage hat. „Die Weihnachtszeit wird immer anstrengender, daher ist der weihnachtliche Abend im Stall Balsam für die Seele“, betont Beate Wulf. Sie bereitet mit ihrem Mann Siegbert Ehmann-Wulf und der 5-Tage-Wochengruppe der Kinder- und Jugendhilfe, die bei ihnen mit auf dem Hof wohnt, das Stallsingen jedes Jahr aufs Neue vor. Es soll nicht nur ein „Tor zum Weihnachtsfest“ sein, wie es Wulf beschreibt, sondern es ist auch ein Highlight am Jahresende für die Bewohner und Gäste der Arche.

Durch diese Veranstaltung soll den Menschen ebenfalls die Beziehung zwischen Mensch und Tier bewusst werden. Man solle auch die Natur in diesen Tagen ehren, zu der immer die Verbindung bestünde. Somit stellte Beate Wulf zu Beginn nicht nur die Musiker, sondern auch die Stallbewohner namentlich vor.

Zwischen Hängebauchschwein, Eseln, Ziegen und Hühnern begannen Ellen Eilermann und Tochter Felizitas mit Blockflöte und Geige im mit Tannengrün, Lichtern und Sternen geschmückten Stall Weihnachtslieder zu spielen. Siegbert Ehmann-Wulf begleitete sie mit der Altflöte. Zu „Süßer die Glocken nie klingen“ spielte Felizitas Eilermann Xylophon.

Der Gesang der 5-Tage-Wochenkinder wurde von den Gästen laut unterstützt. Für Abwechslung sorgten die Gedichte, die die Jugendlichen zwischendurch vortrugen. Dabei wurde auch an die Tiere gedacht, denen es nicht so gut geht wie den Hoftieren. So wurde beispielsweise an Hühner in Legebatterien erinnert, an die Abschlachtung von Wassertieren durch den Fischfang, oder an jene, die unter der Mastzucht leiden.

„So schnell ist die Zeit schon wieder um“, beendet Beate Wulf die Veranstaltung und lädt noch zum gemütlichen Abschluss im Café bei Punsch und selbstgebackenen Keksen ein. Der Weg dorthin ist mit vielen Lichtern geschmückt. Außerdem dürfen die Kinder sich einen der Weihnachtsäpfel mitnehmen, die mit einer darin steckenden Kerze und Tannengrün den Stall schmückten.


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