Bio auch beim Weihnachtsbaum Keine Pestizide auf Ankumer Tannenhof Arens-Fischer:



Ankum. Er sollte schön sein und darf nicht nadeln. Von der Größe her muss er sich gut in der „besten Stube“ machen und bloß keine kahlen Stellen haben: Das ist das Idealbild eines Weihnachtsbaums, der nicht selten Grund ist für den ersten weihnachtlichen Familienkrach. Daneben achten viele Weihnachtsbaumkäufer inzwischen auch darauf, dass der Baum auch „bio“ ist.

Die meisten Christtannen werden gegen Schädlinge und Pilze mit Pestiziden gespritzt und wachsen in künstlich angelegten Monokulturen. Wer dieser Chemiekeule entgehen will, legt sich zum Weihnachtsfest einen Biobaum zu.

Zu bekommen ist er unter anderem auf dem Tannenhof Arens-Fischer in Ankum. Hier kommen keine Pestizide zum Einsatz. Außerdem wachsen die Bäume in natürlicheren Mischkulturen, neben Buchen und anderen Bäumen, wie Franz Arens-Fischer berichtet. Sechs Jahre brauchten die kleineren Tannen mindestens, acht bis zehn Jahre die großen, bis sie für den Verkauf ausgewachsen seien, erzählt er.

Der Ankumer hat den Tannenhof von seinen Eltern übernommen, gemeinsam schauen sie auf mehr als 30 Jahre Baumverkauf zurück. „Wir haben unsere Bäume noch nie gespritzt. Das kommt bei uns gar nicht infrage“, sagt Arens-Fischer bestimmt. Das Einzige, was die Familie gebrauche, sei Dünger, „damit die Nordmanntannen ihr dunkles Grün bekommen“. Die Nobilistanne dagegen erhalte durch den Dünger die baumtypischen blaugrünen Nadeln.

Die Mehrarbeit, die Arens-Fischer und seine zwei Angestellten dadurch haben, dass sie ihre Bäume auf natürliche Weise groß werden lassen, nehmen sie gerne in Kauf. Die Pflege der Bäume sei noch richtige Handarbeit, so der Besitzer des Weihnachtsbaumhandels. „Wir jäten das Unkraut mindestens einmal im Jahr mit der Sense.“ Bei etwa 800 Bäumen kämen da einige Stunden Unkrautentfernen zusammen.

Ein Vorteil der Ökobäume ist, dass sie nicht wie die mit Pestizid behandelten Tannen Schadstoffe in der Wohnung ausdünsten. Stattdessen duften sie angenehm nach Wald und Natur.

Lena Saller und Andreas Zühlke wissen die Biobäume aus einem anderen Grund zu schätzen: Als Futter für die Pferde recyceln die beiden ihre Tanne nach dem Fest. „Wir kaufen unseren Baum seit vier Jahren hier, weil wir wissen, dass hier nicht gespritzt wird“, sagt Lena Saller.


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