Mittelflach-Kanalsanierung Toilettenpapier im Bersenbrücker Regenwasser

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Bald soll die Jahnstraße fertig sein. Foto: Horst SchwitallaBald soll die Jahnstraße fertig sein. Foto: Horst Schwitalla

Bersenbrück. In einem Stadtviertel das Kanalsystem sozusagen im laufenden Betrieb komplett zu erneuern, das ist eine heikle und störanfällige Angelegenheit. Die Bersenbrücker Stadtverwaltung zieht Konsequenzen aus ihren Erfahrungen im Mittelflachviertel und teilt den dritten Bauabschnitt in zwei Phasen. Damit verlängert sich die Gesamtbauzeit um ein Jahr.

Die Krux an der Geschichte: Im Mittelflach werden nicht einfach 50 Jahr alte Rohre ausgetauscht. Der Mischkanal, über den Schmutz- und Regenwasser bislang gemeinsam flossen, wird durch ein getrenntes Zweikanalsystem ersetzt. Dafür musste zum Beispiel am Südende des Viertels an der Priggenhagener Straße ein Regenrückhaltebecken angelegt werden. Hier wird das Regenwasser künftig nicht mehr nach Norden abgeleitet, sondern nach Westen.

Derzeit wird an der Jahnstraße und an den Stichstraßen der Franz-Hecker-Straße gearbeitet, berichtet Bauamtsleiter Reinhold Heidemann im Bauausschuss des Stadtrates. Wenn alles gut geht, könne die Jahnstraße Ende November fertig sein, die Stichstraßen Mitte Dezember.

Nach den ursprünglichen Plänen sollten nächstes Jahr Gartenstraße, Südstraße, Bahnhofstraße und An der Bleiche an der Reihe sein. Weil aber Wasser-, Gas- und Stromversorger zugleich Leitungen und Hausanschlüsse austauschen, ziehen die Arbeiten sich in die Länge. Deshalb schlägt das Bauamt eine Teilung vor in zwei Abschnitte 2015 und 2016. Die Bramscher Straße und die Straße Eckelkamp sollen dann ein Jahr später an der Reihe sein.

Zuerst werden kommendes Jahr Bleiche und Bahnhofstraße in Angriff genommen. Hier befindet sich nämlich der „Knackpunkt“ der Arbeiten am Nordende des Viertels: In der Kreuzung zwischen beiden Straßen befindet sich das Abschlagsbauwerk, der „Umschalter“ zwischen Schmutz- und Regenwasser. Normalerweise fließt das Schmutzwasser nach Norden Richtung Kläranlage. Lässt aber Regenwasser die Wassermassen im Sammelkanal anschwellen, strömt das verwässerte Schmutzwasser über eine Schwelle direkt nach Westen durch den Gomarschgraben in die Hase. Am Gitter vor dem verrohrten Grabenabschnitt wehen dann mitunter jede Menge Fahnen aus Toilettenpapier.


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