Schürmann überzeugt Gehrder Dressurreiterin gewinnt Förderpreis

Von Helmut Diers

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Mit Burlington FRH gewann Charlott-Maria Schürmann in Stuttgart den Piaff-Föprderpreis der Liselott Schindling-Stiftung. Foto: Sportfoto Stefan LafrentzMit Burlington FRH gewann Charlott-Maria Schürmann in Stuttgart den Piaff-Föprderpreis der Liselott Schindling-Stiftung. Foto: Sportfoto Stefan Lafrentz

Stuttgart/Gehrde. „Echt gut, nicht?“. Die 22-jährige BWL-Studentin im sechsten Semester der Uni Münster konnte ihr Glück am Freitag beim 30. Internationalen Reitturnier „Stuttgart German Masters“ nach dem Finale des Piaff-Förderpreises um den Preis der Liselott-Schindling und Klaus Rheinberger-Stiftung kaum fassen. Charlott-Maria Schürmann von RV Gehrde hatte da gerade im Sattel des elfjährigen Hannoveraner Hengstes Burglington FRH mit 72,160 Prozentpunkten den U-25-Förderpeis gewonnen.

„Es ist so toll, in dem Stuttgarter Ambiente zu gewinnen“, schwärmte sie, die das Feld der acht Finalisten zwar knapp, aber letztlich überzeugend als letzte Starterin von hinten aufrollte und die bis dahin führende Vorjahressiegerin Nadine Husenbeth (Sottrum/Bremen) mit der erfahrenen Stute Florida (72,000) auf den Silberrang verwies. Der Sieg fiel deshalb so knapp aus, weil der französische Richter J. Roudier im Gegensatz zu G. Fouarge (NL), Dr. Dieter Plewa (D), H. Eulich (D) und T. Lang (A) Schürmann unter Wert benotete (66,7%) und für sie die Platzziffer sechs vergab. Die übrigen vier Richter lagen bei mindestens 71 Prozentpunkten.

„Wenn der Franzose mich wie die anderen bewertet hätte, wäre der Abstand zwischen mir und Husenbeth sicher größer ausgefallen“, war Schürmann dennoch mit sich und der Welt zufrieden. Jürgen Koschel (Hagen a. T.W.), Cheftrainer der Perspektivgruppe Dressur, verwies darauf, dass das deutsche Fördersystem inzwischen von vielen Ländern aufgegriffen werde.

Seit 2000 sind aus dem Piaff-Förderpreis als Sieger so namhafte Reiter der Weltspitze wie Matthias Alexander Rath (2007/2008), Kristina Sprehe (2009/2011) oder Ellen Schulten-Baumer (2001/2003) hervorgegangen.

In der Einlaufprüfung, einem Kurz Grand Prix, am Tag vorher hatte Schürmann ihre Siegambitionen bereits nachhaltig offenbart. Mit 74,465 Prozentpunkten lag sie rund zwei Prozentpunkte vor Husenbeth und der drittplatzierten Sanneke Rothenberger (Bad Homburg) mit Wolke Sieben. Für den Sieg in Stuttgart im Grand Prix der Klasse S*** hatte sich Schürmann fast schon generalstabsmäßig mit Burlington FRH bei ihrem Trainer Klaus Balkenhol vorbereitet. „Die letzten beiden Wochen vor Stuttgart habe ich die Prüfung immer wieder durchgeochst“, konnte Schürmann jetzt die Früchte der Arbeit ernten. „Das erste Mal den Wettbewerb mitgeritten und gleich gewonnen, besser geht es nicht. Der Sieg ist wie ein kleines Treppchen auf den Weg in den großen Grand Prix-Sport“.

Jetzt wird sie sich mit Burlington auf das Frankfurter Festhallen-Reitturnier vom 18 bis 21. Dezember vorbereiten. „Wir starten in der großen Tour“, dürfen sich die Mitbewerber schon mal auf die Konkurrenz aus Gehrde einstellen. „Da will ich gut aussehen“. Daran zweifelt bei der erfolgshungrigen Reiterin niemand.

Mit Burlington siegte Schürmann vor zwei Jahren in Frankfurt im Finale des Nürnberger Burgpokals. Den Sieg würde sie gern erneut holen. Allerdings muss dieses Mal der neunjährige Hengst Edward im Burgpokal ran. Mit 75,880 Prozentpunkten hat Schürmann die höchste Punktzahl aller zwölf Qualifikanten vorzuweisen. Im Burgpokal trifft sie auf ihren Trainer Oliver Oellrich, der aus der Qualifikation einen Punkt weniger zu Buche stehen hat als Schürmann. Mit Edward und Burlington II, einem Vollbruder zu Burlington FRH, trainiert die Gehrderin bei Oellrich. Anfang Januar steht dann das große Turnier in Münster an.


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