„Marienhospital gestärkt“ Ankum-Bramscher Klinikverbund „tragfähige Lösung“

Von Martin Schmitz

Das Marienhospital Ankum-Bersenbrück profitiert vom neuen Verbund mit dem Bramscher Krankenhaus. Foto: Thomas OeverhausDas Marienhospital Ankum-Bersenbrück profitiert vom neuen Verbund mit dem Bramscher Krankenhaus. Foto: Thomas Oeverhaus

ms Ankum. Für das Osnabrücker Nordland ist die regionale Krankenhaus-Strukturreform offensichtlich gut ausgegangen. Das Bramscher Krankenhaus wird neu ausgerichtet, Ankum profitiert von verstärkter Zusammenarbeit. Werner Lullmann vom Verbund der Niels-Stensen-Kliniken im Osnabrücker Land und Vertreter der Kommunalpolitik gehen davon aus, dass beide Häuser damit dauerhaft gesichert seien.

Das Marienhospital Ankum-Bersenbrück und das Bramscher Krankenhaus gehören dem Niels-Stensen-Verbund katholischer Kliniken um das Marienhospital Osnabrück an. „Beide Häuser haben nur dann eine Chance, wenn sie aufeinander abgestimmt sind“, sagt Geschäftsführer Lullmann. Im Mittelpunkt der Überlegungen habe gestanden, dass der Operationstrakt in Bramsche veraltet sei und aufwendig hätte erneuert werden müssen. In Ankum hingegen stünden vor wenigen Jahren gebaute Operationsräume zur Verfügung. Nach zwei Regionalgesprächen über die Zukunft der Krankenhäuser in Dissen und Bramsche sei nun klar, dass Bramsche mit einer Abteilung für Psychiatrie und Psychosomatik neu ausgerichtet wird. Die Abteilung für innere Medizin bleibt erhalten, die Belegabteilung Orthopädie werde nach Ankum verlegt. Die Chirurgie in Ankum werde „um Elemente aus Bramsche ergänzt“, so Lullmann, in Bramsche verbleibe eine chirurgische Ambulanz.

Ankum gewinne OP-Personal und Ärzte dazu, ergänzt Ralf Brinkmann, Geschäftsführer des Ankumer Krankenhauses. Die Rückkehr der Orthopädie-Belegabteilung – sie wanderte vor gut 15 Jahren aus Ankum nach Bramsche ab – sei „reibungslos verlaufen“. Der Bramscher Chirurgie-Chefarzt Torsten Saemann sei Verbindungsmann, halte Kontakt zu den Fachärzten in Bramsche und operiere bei Bedarf in Ankum.

„Die Bramscher akzeptieren es, nach Ankum zu fahren“, lautet Brinkmanns erstes Fazit. Der Zulauf aus Bramsche sorge für eine bessere Auslastung in Ankum. Teilweise sei Ankum sogar voll ausgelastet, ergänzt Ankums Internistik-Chefarzt Frank Dünheuft.

Das letzte Quartal 2014 sei so gut angelaufen, dass das Marienhospital vielleicht sogar bescheidene schwarze Zahlen schreiben könne, hofft Geschäftsführer Brinkmann. 2013 hatte das Krankenhaus wie zwei Drittel aller Häuser in Niedersachsen mit einem Defizit abgeschlossen. 2014 habe sich das Ergebnis bislang schon deutlich verbessert. Das sei aber vor allem auf einen Lohnverzicht der Ankumer Mitarbeiter zurückzuführen.

Die Politik habe sich um beide Häuser „große Sorgen gemacht“, sagt Horst Baier. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück hofft nun auf eine Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene, die an der Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen arbeitet. Zugleich bescheinigt er dem Niels-Stensen-Verbund Geschick in der Verhandlungsführung, die „von einem politischen Schulterschluss“ für die Regionalkrankenhäuser flankiert worden sei. Diese Strategie habe zu einer tragfähigen und dauerhaften Lösung für die beiden Krankenhäuser geführt.

Auch Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange, der sich schon einmal als Demonstrant in Osnabrück mit Krankenhausmitarbeitern solidarisiert hat gegen Kürzungen, sieht „insgesamt eine gute Lösung für die Region“. Bramsche erhalte neue Disziplinen, in Ankum würden die Kapazitäten besser genutzt.