Ein bisschen schöner geht immer Farb- und Stilberatung bei Kreuzkamp in Bersenbrück

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Bin ich schön? Farbberaterin Inge Anna König (links) klärt Nelly Schneider über die richtige Farbwahl auf.Foto: HavermeyerBin ich schön? Farbberaterin Inge Anna König (links) klärt Nelly Schneider über die richtige Farbwahl auf.Foto: Havermeyer

Bersenbrück. Nelly Schneider ist schön. Und Inge Anna König sieht in ihrem orangefarbenen Blazer ebenfalls klasse aus. Auch das gute Dutzend Frauen, das es sich im Juweliergeschäft von Lena und Peter Kreuzkamp in Bersenbrück bei Häppchen, Obstsaft und Prosecco bequem gemacht hat, sitzt da wie frisch aus dem Ei gepellt. Und dennoch: Mit der Selbstwahrnehmung der eigenen Erscheinung, mit den persönlichen und gesellschaftlichen Idealen und Ansprüchen ist das so eine Sache: Ein bisschen schöner geht immer. Oder? Um sich diese Frage zu beantworten, verfolgten gut zwölf sauber getuschte Augenpaare gebannt die Präsentation von „Stilmanufaktur“-Inhaberin Inge Anna König aus Osnabrück zum Thema „Farbanalyse und Stilberatung“.

In einem Wirrwarr aus bunten Stofftüchern, umschmeichelt vom Licht der Strahler, schaut Nelly Schneider auf ihr neues Ich. Sie rückt die lachsfarbene Brille zurecht, lächelt ihrem Spiegelbild zu, ein wenig unsicher noch, rückt vor, rückt zurück und sagt schließlich: „Ich brauche ja eigentlich gar keine Brille. Die Noten erkenne ich auch so.“ Aber gut zu Gesicht steht der Pianistin das extravagante Gestell dann eben doch.

Ein kräftiges Moosgrün, ein glühendes Kupferrot, ein intensives Kastanienbraun. Nelly Schneider nickt. Doch, sie hat an diesem Abend viel über sich gelernt. Dass sie den dunklen Herbsttyp repräsentiert, das wusste sie beispielsweise noch nicht, als das Los für eine kostenlose Analyse vor dem versammelten Auditorium auf sie fiel. Doch nachdem Inge Anna König, die seit mehr als 25 Jahren als selbstständige Farbberaterin tätig ist, die dunkelhaarige Bersenbrückerin mit Stoffbahn um Stoffbahn in Champagner, Honig, Cognac, Türkis, Aquamarin und Apricot, in Pink, Magenta und Purpur, in Mauve, Flieder und Lavendel umschlungen hat, steht fest: ein Herbsttyp.

Die Farbexpertin erklärt: Jeder Mensch besitzt einen angeborenen und somit unveränderlichen Hautunterton. Dominieren in dieser Gewebeschicht die Blauanteile, spricht man von einem kalttonigen Farbtypen – der sich gemäß der von dem Schweizer Maler Johannes Itten entwickelten Farbtheorie weiter in den Sommer- und den Wintertyp unterteilen lässt. Herrschen dagegen die gelblichen Pigmente vor, handelt es sich laut Itten um den warmtonigen Frühlings- oder Herbsttypen. Jedem dieser vier Typen ordnet die Farbanalyse eine genau definierte Palette an stimmigen Farbtönen – einen so genannten Farbpass – zu, die den besonderen Charakter des jeweiligen Erscheinungsbildes unterstreichen: „Wenn Sie erst einmal wissen, welcher Farbtyp sie sind, suchen sie sich ihre Kleidung in Zukunft ganz anders aus“, versprach Inge Anna König.

Doch selbst in harmonisch fließende Farben gehüllt, ist weder der Herbst- noch der Frühlings-, weder der Sommer- noch der Wintertyp vor der einen oder anderen ästhetischen Unzulänglichkeit der eigenen Biologie gefeit. „Machen wir uns nichts vor“, seufzt die Referentin: „Mit 25 Jahren setzt der Alterungsprozess ein und die Schwerkraft fordert ihren Tribut.“ Dem gelte es mit einer geschickt zugeschnittenen Garderobe und einem raffiniert aufgetragenen Make up zu begegnen: Mineralpuder, Lidstrich und Lippenstift als Minimalkunstgriffe für einen stilvollen Auftritt.

Nelly Schneider öffnet die Augen. Nach der lachsfarbenen Brille kann sie nun die Wirkung eines lila Lidstrichs auf sich wirken lassen. Sie blickt aufmerksam in den Spiegel. „Doch, das gefällt mir“, sagt sie zufrieden. Sie wendet den Kopf hin und her. Dann runzelt sie die Stirn. „Aber nun passt die Frisur nicht mehr.“ Und ihren kobaltblauen Blazer, den könne sie als Herbsttyp ja nun auch nicht mehr gut tragen. Inge Anna König schüttelt den Kopf: „Den Blazer färben Sie einfach kastanienbraun ein! Und wegen einer neuen Frisur“, schlägt die gelernte Frisörin vor, „kommen sie mal bei mir in Osnabrück vorbei.“ Ein bisschen schöner geht schließlich immer, oder?


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