Mehr Personal erforderlich Samtgemeinde Bersenbrück: Kosten für Kindergärten steigen

Die Kosten für die Kindergärten in der Samtgemeinde Bersenbrück steigen, weil die Samtgemeinde das Personal aufstocken muss. Foto: dpa/ArchivDie Kosten für die Kindergärten in der Samtgemeinde Bersenbrück steigen, weil die Samtgemeinde das Personal aufstocken muss. Foto: dpa/Archiv

Bersenbrück. Die Samtgemeinde Bersenbrück muss mehr Personal einstellen und mehr Geld ausgeben für Kindertagessstätten. Oder in Kauf nehmen, dass zeitweilig Kindergruppen geschlossen werden müssen.

Mit diesem Problem müssen sich derzeit auch andere Gemeinden in Niedersachsen auseinandersetzen: Das Land Niedersachsen schreibt pro Kindergruppe zwei ausgebildeten Betreuer vor. Fällt eine der beiden Kräfte aus, wurde bislang geduldet, wenn eine Kraft für kurze Zeit allein arbeitete oder eine Hilfskraft hinzukam. Künftig muss in so einem Fall gleichwertiger Ersatz her oder aber die Gruppe geschlossen werden, berichtete Heinz Klövekorn von der Samtgemeindeverwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie, Jugend und Sport am Dienstagabend in Bersenbrück. Für die Samtgemeinde bedeutet dies, das Personal aufzustocken für die kommunalen Kindergärten und auch für die Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft mehr Personal einzustellen.

Kein Personalpool

Leider sei es nicht möglich, einen übergeordneten Personalpool zu bilden, weil die Samtgemeinde damit zum Personalverleiher würde, was ihr verboten sei. Mit der Personalaufstockung seien vorhersehbare Ausfälle durch Urlaub und Fortbildung abgedeckt, nicht aber unvorhersehbare durch Krankheit, bedauert Klövekorn. Ob die Kostensteigerung auch zu einer Erhöhung der Elternbeiträge führen würde, sei erst in den Haushaltsberatungen abzusehen.

Die Samtgemeinde war vor Jahren bundesweit die erste Kommune, die Kindergärten unterschiedlicher Trägerschaft unter dem Dach eines einheitlichen Qualitätsmanagements vereinen konnte. Damals entschieden sich die Heilpädagogische Hilfe (HpH) Bersenbrück, Ankum und Gehrde und sechs katholische Kirchengemeinden als Träger für das Gütesiegel des Verbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). Seit dem Jahr 2009 begleitet eine Zertifizierungsgesellschaft den Prozess, zu einheitlichen Standards in den elf Kindertagesstätten in der Samtgemeinde zu kommen.

Beim KTK-Gütesiegel soll es bleiben. Auf Anregung der Kindergärten wird die Samtgemeinde nach zwei Runden künftig aber wohl auf die externe Begutachtung verzichten. Sie verschlinge kostbare Zeit für Schreibtischarbeiten, die in der Betreuung fehle, heißt es in den Kindergärten. Und sie verursacht jährlich fast 13000 Euro Kosten.

Einstimmig stimmte der Ausschuss der Empfehlung zu, die Samtgemeinde Bersenbrück möge die Trägerschaft für einen neuen Kindergarten übernehmen, den die Gemeinde Rieste zu bauen plant. Zehn Prozent der Baukosten soll die Samtgemeinde zuschießen.


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