CDU-Kritik an Horst Baier Rennen um IGS Ankum wieder offen?

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Die August-Benninghaus-Schule in Ankum wird gerade ausgebaut, damit die Grundschule auf den Kattenboll umziehen kann. Die Frage einer Umwandlung dieser Oberschule in eine Gesamtschule scheint immer noch nicht abschließend geklärt zu sein. Foto: Burkhard DrägerDie August-Benninghaus-Schule in Ankum wird gerade ausgebaut, damit die Grundschule auf den Kattenboll umziehen kann. Die Frage einer Umwandlung dieser Oberschule in eine Gesamtschule scheint immer noch nicht abschließend geklärt zu sein. Foto: Burkhard Dräger

ms Bersenbrück/Ankum. Handelte der Bürgermeister eigenmächtig am Samtgemeinderat vorbei? Oder war es doch Verwaltungsroutine? Nach dem gescheiterten Elternvotum Anfang Oktober scheint das Projekt einer IGS Ankum nun wieder offen zu sein. Auch der politische Streit geht munter weiter.

Bis vor wenigen Wochen schien sicher, dass mindesten knapp 400 Eltern von Grundschulkindern aus der Samtgemeinde für eine Gesamtschule stimmen müssten. Ansonsten könne die Landesschulbehörde die neue Schule nicht genehmigen, hieß es. Als beim Elternvotum in der Samtgemeinde 309 Stimmen für eine Gesamtschule Ankum herauskamen, schien für Manfred Krusche zum Beispiel die Sache klar: „Wenn nun noch nicht genügend viele Eltern für eine IGS vor Ort bereit sind, haben wir das zu akzeptieren“, sagte der Sprecher von SPD und BLA im Samtgemeinderat zum Abstimmungsergebnis.

Am Dienstagabend tagte der Bildungsausschuss der Samtgemeinde, und dort brachte die CDU-Fraktion auf den Tisch, Samtgemeindebürgermeister Horst Baier habe eine Woche nach dem Elternvotum Anfang Oktober eine Gesamtschule in Hannover beantragt. Der bestätigte und sah sich im Recht, habe er doch lediglich den „Beschluss des Samtgemeinderates abgearbeitet“ und in dessen Auftrag eine Anfrage gestellt, ob auf der Basis der Ergebnisse der Elternumfrage die Genehmigung einer Gesamtschule möglich sei.

Das Vorgehen des Bürgermeisters fand Detert Brummer-Bange (UWG Ankum) „völlig korrekt“, die Landesschulbehörde prüfe die Sache nun „politisch unaufgeregt“. Andernfalls hätte man ein Jahr Zeit verloren bei der Erfüllung des Wunsches nach einer Gesamtschule, die immerhin mehr als 300 Eltern an die Samtgemeinde herangetragen hätten.

Das sahen CDU-Vertreter anders, laut Beschlusslage habe sich die Sache erledigt. Axel Meyer zu Drehle zeigte sich „nicht amüsiert“, der Umgang mit den Ergebnissen der Elternumfrage sei manipulativ und erinnere an das zynische Mauerbau-Dementi des DDR-Staatschefs Walter Ulbricht 1961. Baier wies das empört als „Polemik“ zurück.

Vor der Elternumfrage sei nicht bekannt gewesen, dass es Ausnahmen gebe, unter denen eine Gesamtschule möglich sei, auch wenn das Elternvotum nicht reiche, erklärte Brummer-Bange. In Hannover werde nun geprüft, ob in Ankum eine solche Ausnahme möglich sei. Das veranlasste den Ersten Samtgemeinderat Johannes Koop zu einer Klarstellung: Er habe die Verordnung eingesehen, die diese Ausnahmen regelt. Ankum erfülle keine der dort genannten Bedingungen.

Elternvertreterin Agnes Droste empfahl, in absehbarer Zeit eine neue Elternbefragung vorzunehmen, mit „clever formulierten Fragen“, um ungültige Stimmen zu verhindern. 164 von 781 zurückgegebenen Fragebögen waren falsch ausgefüllt.

„Warum warten wir nicht einfach das neue Schulgesetz ab?“, fragte Reinhard Wilke. „Lassen wir endlich die Oberschule Ankum in Ruhe arbeiten, forderte sein CDU -Fraktionskollege Gerd Steinkamp.

Wiederholt habe er die CDU-Vertreter gefragt, welche Vorzüge eine Oberschule einer Integrierten Gesamtschule gegenüber habe, sagte Josef Weissmann (Die Grünen). Die seien ihm aber stets eine Antwort schuldig geblieben.

Die Antwort bekam er nun von Elternvertreterin Droste. Es ginge gar nicht um die Frage, welche Schule tatsächlich die bessere sei. Sondern „um die Einschätzung der Eltern“, welche Schule sie sich für ihr Kind wünschten.


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