Neun Raubdelikte 2014 Quakenbrück unsicheres Pflaster?

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Quakenbrück. Spektakuläre Raubüberfälle schrecken die Quakenbrücker auf. Ist ihre Stadt ein unsicheres Pflaster? Das Leben in Quakenbrück ist nicht gefährlicher als etwa in Bersenbrück oder Fürstenau, sagt Reinhard Hagen, Cheffahnder des Polizeikommissariats Bersenbrück.

Um neun Raubdelikte musste die Polizei sich in diesem Jahr in Quakenbrück bereits kümmern, berichtet der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes des Kommissariats Bersenbrück. Acht davon konnte sie schon aufklären. Am neunten, dem aufsehenerregenden Überfall mit Star-Wars-Maske und Pistole auf zwei Jugendliche, ist sie dran. Wie berichtet, fand er am vergangenen Freitag gegen 23 Uhr im Stadtpark statt. Mit einem Fahrrad kam der Täter mit einer orangen Signaljacke mit Reflexionsstreifen an den Oberarmen und einer „Darth Vader“-Maske. Vermutlich fuhr er aus Richtung Deichstraße/Kolpingstraße in die Von-Steuben-Allee. Nach der Tat flüchtete er zu Fuß.

Das Fahrrad ließ er zurück, ein dunkelgraues Kynast-Damenrad mit auffälligen Umbauten: Das Hinterrad erhielt eine Aluminiumfelge und eine Sieben-Gang-Nabenschaltung. Der verchromte Lenker wurde gegen einen schwarzen Tourenlenker ausgetauscht. Das Fahrrad ist mit Vorderradstangenbremse ausgerüstet. Um Hinweise bittet die Polizei Bersenbrück unter der Rufnummer 05439-969183 oder 05439-9690.

„Man hat schnell die Schlagzeile. Und dann kommt vielleicht ein Dreizeiler, wenn der Fall aufgeklärt ist“, sagt Reinhard Hagen. In Fürstenau schnellten im vergangenen Jahr die Fallzahlen hoch, bis die Polizei einen Serientäter dingfest machte. „Danach war Ruhe“ sagt der KED-Leiter.

In Quakenbrück kämen unterschiedliche Fälle zusammen. Der Überfall auf einen Verbrauchermarkt im Februar geht auf das Konto eines Bersenbrückers, der für sieben ähnliche Taten gerade in Süddeutschland vor Gericht gestellt wird. Für den Wohnungsüberfall auf einen Rentner im November würden drei Täter verantwortlich gemacht, die in Haft seien. Sie hätten ihre Masche bundesweit immer wieder angewendet.

In vielen Fällen sei Alkohol im Spiel, auch in Quakenbrück. Ein Saufgelage unter Freunden endet mit einer Schlägerei und verschwundenem Handy. Ein Betrunkener gerät mit Fremden aneinander und vermisst danach seine Geldbörse. Erst im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass er die Börse schon vor dem Zusammenstoß verloren hatte. Aus dem Raub wird Körperverletzung, ohne dass die Öffentlichkeit es zur Kenntnis nimmt.

Die Zahl der Straftaten liege in Quakenbrück auf einem hohen, aber leicht rückläufigen Niveau. „Die Häufigkeit von Straftaten hat nichts mit ihrer Qualität zu tun“, sagt Hagen. Ist die Qualität der Straftaten in Quakenbrück anders? Hagen schaut in den Rechner auf seinem Schreibtisch. In der Zahl der schweren Diebstähle zum Beispiel lägen Quakenbrück, Bersenbrück und Fürstenau etwa gleichauf. Unterschiede seien kaum auszumachen.

Claus-Peter Poppe hat das Thema Sicherheit schon länger auf der Agenda. Bereits vor den jüngsten Überfällen habe er einen Antrittsbesuch mit der Polizeispitze ausgemacht, sagt der neue Artland-Bürgermeister. Er will beispielsweise erörtern, ob die Dienstzeiten der Polizeistation Quakenbrück ausgeweitet werden müssten. Ähnlich Fürstenau hat auch Quakenbrück eine nur tagsüber besetzte Wache. Rund um die Uhr ist nur das Kommissariat in Bersenbrück besetzt, das den Streifendienst für das Gebiet der vier Samtgemeinden mit knapp 80000 Einwohnern leistet. Und sämtliche Raubermittlungen. Bevor Poppe sich äußert, möchte er das Treffen mit der Polizei abwarten.


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