Wirtschaftsfaktor Postenhandel Zehn Jahre „Goodies“-Messe in Ankum

Von Martin Schmitz


ms Ankum. In zehn Jahren hat Georg Dobelmann den Großhandel mit Sonderposten zu einem Wirtschaftsfaktor im Osnabrücker Nordland gemacht. Ein von ihm geschmiedetes Händlerbündnis beschäftigt etwa 1000 Mitarbeiter in Ankum und Quakenbrück.

Noch bis Dienstagabend läuft in Ankum die Fachmesse „Goodies“, die ein kleines Jubiläum feiert: Vor zehn Jahren fand hier diese Messe zum ersten Mal statt, für Einkäufer von Sonderpostenmärkten, Baumärkten und Handelsketten. Ein halbes Jahr zuvor hatte Dobelmann im Gebäudekomplex der Artländer Bekleidungswerke ein heute „Goodies-Center“ genanntes Handelszentrum für den Großhandel mit Sonderposten gegründet, das eine Sonderstellung auf diesem Markt in Deutschland, den Beneluxstaaten und Skandinavien einnimmt. 24 Handelsunternehmen zogen damals mit ein, „eine Gemeinschaft“, nennt sie Messeleiter Theodor Geers, „man kennt sich und sieht sich nicht als Konkurrenten. Die Händler sind in die Entscheidungsfindung eingebunden.“ Die meisten blieben bei der Stange, weil das Konzept aufging, neue kamen hinzu, die Gesamtzahl der Firmen, die Büros und kleine Warenschauen im Goodies-Center unterhält, hat sich verdoppelt. Dobelmann hat hier auch die Schaltzentrale seiner eigenen Kette untergebracht samt Internethandel, die Postenbörse. In der ehemaligen Fahrradfabrik Kynast in Quakenbrück verfügt der Verbund über 50000 Quadratmeter Lagerfläche.

Mehrmals im Jahr verdoppelt sich die Händlerzahl noch einmal. Dann bauen externe Anbieter ihre Stände in einer freien Halle auf. Diesmal nehmen sogar 70 Händler teil, die 11000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche ist komplett ausgebucht.

Die Bandbreite der Waren ist erstaunlich. „Wir versuchen, Überlappungen zu vermeiden, und eine Balance zwischen den Anbietern zu halten“, sagt Geers. Die Branche hat ihre eigenen Marken, Waren, die „never out of stock“ gehen dürfen, immer auf Lager sein müssen, und eigens produziert werden. Was sie aber erstaunlich krisenfest macht, ist ihr ständiger Wandel. „Was weg ist, ist weg, und morgen kommt etwas Neues“, lautet Dobelmanns Devise. Die dauernde Erneuerung des Warenangebotes macht den Sonderpostenhandel weitgehend unabhängig von Konjunkturzyklen.

Selbst politische Krisen können die Stimmung kaum trüben. Im Frühjahr hätten sich viele Händler Sorgen gemacht, dass die Ukraine-Krise den Handel mit Osteuropa und insbesondere Russland stören könnte. Diese Sorgen hätten sich gelegt. Stattdessen gäbe es nun Anfragen aus den Ländern des arabischen Frühlings. Und ein aufstrebendes griechisches Unternehmen, das neue Kunden nach Ankum lockt.

Statt um die nächste Krise dreht sich das Denken um den nächsten Verkaufsschlager. Die meisten Unternehmen hätten ihre Dispositionen für 2014 schon abgeschlossen, sagt Geers. Neuentwicklungen seien aber auch für das Weihnachtsgeschäft noch gefragt. Stromsparende LED-Anwendungen, die seien der Renner.