Kritik von der CDU Schulbauten der Samtgemeinde Bersenbrück teurer

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ms Alfhausen/Bersenbrück. Ihr ehrgeiziges Schulbauprogramm kommt die Samtgemeinde Bersenbrück teurer als erwartet. Die nächste Haushaltsaufstellung könnte spannend werden.

Vier Stunden, stöhnte Klaus Wübbolding (CDU), habe kürzlich der Bauausschuss der Samtgemeinde „in einer Marathonsitzung“ getagt. Und Streit gab es nicht nur um den geplanten Discounter in Alfhausen .

Die Themen aus dem Bauausschuss nahmen auch in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates breiten Raum ein. Dort berichtete Wübbolding, dass Architekt Helmut Hettwer vier unterschiedliche Varianten für die Sanierung der Kettenkamper Grundschule dem Ausschuss vorgestellt habe. Kosten: zwischen knapp 500000 und deutlich mehr als 600000 Euro. Klar ist, dass der angejahrte Bau saniert werden muss und eine vernünftige Wärmeisolierung braucht. Kettenkamper Politiker wie Michael Johanning (CDU) fordern vehement den Bau neuer Räume für die Betreuung von Ganztagsschülern. Die Samtgemeindeverwaltung sieht den Bedarf kritisch. Die Schule verfügt über eine Mensa und nutzt ähnlich wie Alfhausen Räume, die seit der Aufgabe der Hauptschule leer standen. Sechs Grundschulklassen gibt es derzeit in Kettenkamp, die Regel seien aber eher vier. Es stünden bereits acht Klassenräume und drei Fachräume zur Verfügung, heißt es in einem Vermerk zum Ausschussprotokoll.

Für die Umgestaltung der ehemaligen Hauptschule auf dem Kattenboll zur neuen Ankumer Grundschule hatte sich die Samtgemeinde ein Budget von 1,85 Millionen Euro gesetzt. Das würde um 200000 Euro überzogen, wenn das Konzept umgesetzt wird, das Sigrid Stjerneby mit einer Arbeitsgruppe aus der Schule und der Samtgemeindeverwaltung erarbeitet hat. Stjerneby gilt als Expertin für eine pädagogisch sinnvolle und ansprechende Gestaltung von Schulen und Kindergärten.

Nun sucht die Samtgemeinde nach einem Kompromiss. Einerseits will sie das Budget nicht überschreiten. Andererseits soll so viel wie möglich vom Konzept umgesetzt werden, vielleicht mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins und Eigenarbeit, die Lehrer, Eltern und auch Schüler einbringen könnten.

Was Stjerneby für die pädagogische Innenarchitektur darstellt, ist Sven Kalinowski für Außengelände und Spielplatz. Der Merzener gilt als erste Adresse für die Gestaltung pädagogisch sinnvoller Spielgelände mit Naturmaterial. Was er an Ideen für die Grundschule zusammenstellt, ebenfalls mit einer Arbeitsgruppe, könnte gut und gern 650000 Euro kosten. Nur: Das Budget liegt bei 190000 Euro.

„Das Geld muss auf den Bäumen wachsen“, kommentiert Gerd Uphoff. Ungewöhnlich scharf kritisiert der CDU-Sprecher Bürgermeister und Samtgemeindeverwaltung. Es sei deren Aufgabe, für eine sparsame Haushaltsführung zu sorgen. Deshalb hätten sie im Planungsprozess darauf achten müssen, dass die Budgets nicht überschritten werden. Ausgabendisziplin und Kostenbeschränkung sei das Motto der Stunde.

Samtgemeindebürgermeister Horst Baier widersprach deutlich. Geplant worden sei hier nach einem „beteiligungsorientierten Ansatz“, in dem Eltern, Schüler und Lehrer mitgewirkt hätten. Da komme es darauf an, die Ideen zu sammeln und dann zu schauen, was davon zu verwirklichen ist. Er habe dem Schulleiter durchaus klargemacht, dass das Budget von 190000 Euro einzuhalten sei, alles Weitere geschoben werden müsse. Die Junge Union in der Samtgemeinde hatte kürzlich in einer Protestaktion die Schuldenentwicklung der Samtgemeinde thematisiert. „Von diesen Investitionen werden auch die Kinder der Jungen Union profitieren“, bekräftigte der Bürgermeister.

Wenn die Verwaltung die Betroffenen zur Mitsprache an den runden Tisch hole, dürfe sie „nicht den Buhmann spielen“, stimmte Detert Brummer Bange (UWG Ankum) Baier zu. Trotzdem hätte sie auf die Überschreitung des Budgets aufmerksam machen müssen, erwidert Uphoff.

Ungemach erwartet die Samtgemeinde auch beim Ausbau des A-Gebäudes auf dem Kattenboll für die August-Benninghaus-Schule. Auch dafür liegt ein Kalinowski-Plan vor. Kosten: knapp 600000 Euro. Vorgesehen sind 255000.

Auch der Innenausbau macht Probleme. Die Arbeiten liegen zwei Monate hinter dem Plan zurück, das Budget von 4,4 Millionen ist ausgereizt.

Dafür klärt sich langsam, was mit der Bersenbrücker Grundschule passieren soll. Auf Wunsch des Bauausschusses musste die Verwaltung die Kosten unterschiedlicher Fassaden berechnen lassen. Dabei zeigte sich, dass die ursprünglich vorgeschlagenen Trespa-Platten doch am günstigsten sind. Die Farbgestaltung wird mit Stadt und Schule abgestimmt.


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