Viele Straßenbaustellen „Flüsterpflaster“ in Ankum?

Von Martin Schmitz


Ankum. An Ankums Straßen wird eifrig gebaut. In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Bürgermeister Detert Brummer-Bange (UWG Ankum) einen Überblick.

Die auffälligste Baustelle dürfte die auf der Hauptstraße mitten im Ort zwischen den Bogengang und dem Hotel Schmidt sein. Hier geht es wieder einmal um das leidige Problem, das Ankum seit der Pflasterung dieser Straße im Retro-Look Ende der Achtzigerjahre zu schaffen macht: Immer wieder brechen Pflastersteine heraus, obwohl sie mit dem Untergrund verklebt sind. Abschnitt für Abschnitt erneuert die Gemeinde die Pflasterung.

Diesmal geht sie in zwei Abschnitten vor. Im ersten bleibt die Aslager Straße offen, die untere Hauptstraße bleibt somit von beiden Seiten aus mit dem Pkw erreichbar. Der erste Bauabschnitt muss unbedingt im November noch fertig werden, weil in diesem Bereich am ersten Advent wieder der Nikolausmarkt stattfinden soll.

Der zweite Bauabschnitt betrifft den kurzen Teil, der sich in Richtung Unterdorf anschließt, bis zur Höhe des Cafés Theilmann, vielen noch bekannt als Bäckerei Frerker. Dieser Bauabschnitt könnte zukunftweisend sein: Hier will die Gemeinde zum ersten Mal einen Stein verlegen, der deutlich von der Optik des Kopfsteinpflasters abweicht. Er soll glatter sein, so wie der Pflasterung der Hauptstraße im Oberdorf, und damit wesentlich weniger Rollgeräusche erzeugen.

Geht die Rechnung auf und erweist sich das „Flüsterpflaster“ als richtiger Schritt in Richtung Lärmdämmung, könnte er auf Dauer zum Standard werden. Die Straße könnte Stück für Stück umgestellt werden, wenn die nächste Erneuerung fällig sein sollte.

Kommenden Montag soll der Bau des Eichhornwegs beginnen, der vom Wiesenweg aus das neue Wohnbaugebiet zwischen Brunning und Voltlager Damm erschließen soll. Im großen Wohngebiet hinter dem Krankenhaus, Im Grunde genannt, laufen ebenfalls Straßenbauarbeiten. Hier geht es um den Bergesch und seine Stichstraßen, um den südlichsten und jüngsten Abschnitt des Baugebiets. Die provisorischen Baustraßen werden zu Siedlungsstraßen umgebaut, bekommen ihr endgültiges Aussehen.

Ähnliches geschieht zurzeit auch im Notkirchenweg im Zentrum. Dort können die Bewohner ihre Häuser auch nur zu Fuß erreichen, das schmale Sackgässlein endet an der Kirchburg. Dafür bekommen sie neben einer neuen Straße auch nagelneue Leitungen im Untergrund und dürften damit eine lange Zeit gegen Schlaglöcher und Rohrbrüche gefeit sein.

Das Schulgelände an der Kolpingstraße soll nach dem Abzug der Grundschule aufgeteilt werden, berichtete Maren von der Heide (CDU) aus einer Sitzung des Bauausschusses. Das untere Drittel komme für eine kommerzielle Wohnbebauung infrage, ein Drittel des Geländes könne öffentlicher Park werden, ein Drittel von der Gemeinde genutzt werden, etwa für einen neuen Kindergarten. Noch aber ist offen, ob es zu einer Sanierung der Schulturnhalle für den Vereinssport mit finanzieller Beteiligung der Samtgemeinde Bersenbrück kommen wird.

Die Dinge sind also noch im Fluss. Warum aber überhaupt Fläche an einen privaten Investor abgeben, die später vielleicht für öffentliche Zwecke gebraucht werden könnte, fragte in der Gemeinderatssitzung eine Zuhörerin nach. Die Wohnbebauung sei eine der Anregungen aus dem öffentlichen Ideenwettbewerb, erklärte Brummer-Bange.