Das Gut Varendorf entdecken Ein Rundgang im nationalen Wellness-Tempel in Rieste

Von Marcus Alwes


Rieste. Auf herkömmliche Werbung verzichtet Claudia Gellersen komplett. „Wir leben mehr von der Mund-zu-Mund-Propaganda“, erklärt die Inhaberin des Gutes Varendorf, „schon jetzt haben wir im Jahr 2015 nur noch ganz wenige Plätze frei. Die Buchungen für 2016 gehen bereits reichlich ein.“ Das frühere Rittergut in Rieste, das von hohen Bruchsteinmauern umgeben ist, ist seit Jahren eines der edelsten Wellness-Hotels in Deutschland. Im aktuellsten Relax-Guide-Ranking – gerade erst veröffentlicht – wird Gut Varendorf national auf Rang sechs geführt. 1345 Hotels dieser Art wurden dabei miteinander verglichen.

Nicht mehr als 23 Frauen werden hier gleichzeitig aufgenommen. Eine Woche bleiben sie mindestens. „Das ist unser Erfolgskonzept. Davon rücken wir auch nicht ab“, sagt Gellersen. Männer sind in diesem 25000 Quadratmeter großen Wellness-Tempel nicht zugelassen. „Sich fallen lassen geht eben besser ohne Männer“, sagt die Inhaberin augenzwinkernd.

Platz für „nur“ 23 Frauen

„Beauty, Fitness, Wellness“ und „Luxus für alle Sinne“ versprechen Gellersen und ihre 30 Mitarbeiter (darunter drei Gärtner als einzige Männer) den Kundinnen. „Wir haben 90 Prozent Stammgäste“, betont die Unternehmerin, „eine Kundin war schon 44-mal hier, sie hat für das 45. und 46. Mal bereits wieder gebucht.“ Und, so die Inhaberin, „inzwischen bringen viele der Stammgäste auch ihre Töchter mit. Selbst die kommen nun regelmäßig zu uns.“ Mund-zu-Mund-Propaganda eben.

Besonders die Frauen aus Großstädten wie Düsseldorf oder Berlin zieht es ins beschauliche Idyll nach Rieste. „Ja, Prominenz ist auch dabei“, sagt Gellersen. Aber Namen nennt sie nicht. Diskretion und Verschwiegenheit gehören auf Gut Varendorf zum guten Ton. Das erzeugt Kundinnenbindung.

Das alte Rittergut und spätere Kloster hat Gellersen von der Großmutter „erworben“. Damals glich es einer Ruine. Hühner und Puten liefen hier frei herum. „Ich wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben“, erinnert sich die gelernte Kosmetikerin. In Heidelberg erhielt sie einst „eine ganzheitliche Ausbildung“. Aus dem einen Jahr in Rieste sind inzwischen 27 Jahre geworden.

Platz 6 im „Relax Guide“

Auf dem Gelände und in den Gebäuden trifft Rustikales auf edles Ambiente. Rehe schauen durch die Hotelfenster, während die Gäste in hellen Lounge-Möbeln sitzen. Ein großzügiger Garten lädt zum Flanieren ein. Es gibt Sporträume – Gruppen- und Individualangebote. Ausgewählte Ernährung. Der Pool im Haus liegt direkt neben einer großen Fensterfront. Der Blick nach draußen verzaubert. An mehreren Stellen knistert Feuer in den Kaminen. Ein gewölbter Speisesaal. Im alten Rittersaal ist Lesen oder Schachspielen möglich. Die verschiedenen Behandlungsräume sind in wärmend buntes Licht getaucht. Aus einigen klingt beruhigende, asiatische Musik. In anderen stehen Creme und Puder für die Fußpflege in alten Schießscharten.

„Wir legen unseren Fokus besonders auf die Tiefenentspannung unserer Kundinnen“, sagt Gellersen, „die zu erreichen, machen wir in einer Woche möglich.“


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