Pflanzaktion Baum des Friedens steht am Ankumer See

Von Franz Buitmann

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Einen „Baum des Friedens“ pflanzten die Gemeinde Ankum und die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde Osnabrück am Ankumer See. Foto: Franz BuitmannEinen „Baum des Friedens“ pflanzten die Gemeinde Ankum und die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde Osnabrück am Ankumer See. Foto: Franz Buitmann

Ankum. Gerade angesichts der aktuellen Diskussion um den Islam mit seinen extremen Auswüchsen durch die Aktion „Baum des Friedens“ vor Ort einen Gegenpol setzen zu können, darüber zeigte sich Ankums Bürgermeister Detert Brumme-Bange erfreut. Die Osnabrücker Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde verkörpere einen Islam der friedlichen und toleranten Art, dies mache der Besuch in Ankum deutlich.

Im Ankumer Rathaus hieß Brumme-Bange mehrere Vertreter der Osnabrücker Gemeinde willkommen. Anlass war die Pflanzaktion „Baums des Friedens“ am Ankumer See. Im vergangenen Jahr gab es eine gleichartige Veranstaltung in Eggermühlen , wo Zafar Iqbal Chaudry, der auch zeitweise in Ankum zu Hause war, als Mitglied der Gemeinde lebt. Durch seine Vermittlung kamen die Aktionen zustande.

Jahanzeb Shaker von der Osnabrücker Gemeinde stellte die islamische Reformgemeinde vor, nachdem zuvor aus dem Koran im Original und in der Übersetzung rezitiert worden war. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine islamische Reformgemeinde, die 1889 gegründet wurde von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, der den Anspruch erhob, der vom Heiligen Propheten Muhammad prophezeite verheißene Messias und Mahdi des Islam zu sein. Ein Hauptanliegen der Gemeinde besteht darin, den zeitgenössischen Islam von Aberglauben und Irrtümern zu bereinigen und den Menschen jenen ausschließlich friedliebenden, toleranten und spirituellen Islam näher zu bringen, der zu Zeiten des Religionsstifters, des Heiligen Propheten Muhammad gelehrt und praktiziert wurde. Weit weg von blindem Fanatismus lehnt die Ahmadiyya Muslim Jamaat jegliche Gewalt und jeglichen Terror im Namen der Religion ab.

Die Gemeinde ist heute mit zig Millionen Mitgliedern in mehr als 200 Ländern der Erde verbreitet und gilt nicht nur innerhalb des Islam als eine der dynamischsten Bewegungen. In Deutschland gehört sie mit mehr als 35000 organisierten Mitgliedern und ihren knapp 50 Moscheen zu den größeren der islamischen Organisationen. Die Gemeinde wird derzeit vom Kalifen Hadhrat Mirza Masroor Ahmad von London aus geleitet.

Die Osnabrücker Gemeinde habe etwa 230 bis 250 Mitglieder, erklärten die Gäste bei der Zusammenkunft im Ankumer Rathaus. Man engagiere sich mit Projekten für Hilfsorganisationen und habe eine starke Jugendgruppe. Die Gemeinde betreibe Öffentlichkeitsarbeit, denn die öffentliche Debatte über den Islam beschränke sich häufig auf einzelne Aspekte wie Fundamentalismus oder Extremismus.

Gerade dieser selektiven Wahrnehmung wolle auch eine Ausstellung vom 20. bis 24. Oktober im Gymnasium „In der Wüste“ in Osnabrück unter dem Motto „Eine Reise durch die islamische Welt“ entgegenwirken, weil sie den Islam in seiner Gesamtheit in den Blick nehme. Dadurch solle schließlich der interreligiöse Frieden in der Gesellschaft gefördert werden.

Einen Beitrag zum friedlichen Miteinander im Verständnis füreinander solle auch, so Vertreter beider Gemeinden, das Pflanzen des „Baum des Friedens“ am Ankumer See leisten, wie nach dem Empfang im Rathaus beide Seiten bei der Aktion betonten.


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