Befragung bis 2. Oktober IGS in Ankum: Nun können die Eltern entscheiden

Von Lena Stangenberg

Interessierte Zuhörer informierten Horst Baier und Gerhard Hildebrandt über die Schulform IGS. Foto: Lena StangenbergInteressierte Zuhörer informierten Horst Baier und Gerhard Hildebrandt über die Schulform IGS. Foto: Lena Stangenberg

Kettenkamp. Eine IGS in Ankum? Die Elternbefragung des Landkreises zu einem IGS-Standort in Bramsche endete am gestrigen Freitag. Parallel startete die Samtgemeinde Bersenbrück in dieser Woche eine eigene Befragung zur Einrichtung einer Mittelstufen-Gesamtschule in Ankum. Die erste Info-Veranstaltung in den sieben Mitgliedsgemeinden ging in der Grundschule Kettenkamp über die Bühne.

Über die Befragung und die mögliche Einrichtung einer IGS in Ankum informierte an diesem Abend Samtgemeindebürgermeister Horst Baier. Im zweiten Teil des Vortrags erklärte Gerhard Hildebrandt den Zuhörern das Konzept der Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Niedersachsen. „Herr Hildebrandt kennt sich mit dem Thema IGS sehr gut aus“, begrüßte Baier den pensionierten Lehrer, der mehr als 20 Jahre als Leiter der IGS Wilhelmshaven tätig war.

Nach der Vorstellung der verschiedenen Schulformen in Niedersachsen erläuterte Baier den Anlass für die Elternbefragung. „In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Schüler gestiegen, die eine weiterführende Schule außerhalb der Samtgemeinde besuchen.“ Dies betreffe, so Baier, vor allen Dingen die IGS in Fürstenau. Eine Gesamtschule innerhalb der Samtgemeinde Bersenbrück wäre im Sek-I-Bereich eine ortsnahe Ergänzung zu der Oberschule und dem Gymnasium Bersenbrück, folgert er.

Den Standort Ankum habe man deshalb ausgewählt, weil die dortige Oberschule die baulichen Voraussetzungen für eine Gesamtschule biete, folgert der Samtgemeindebürgermeister. „Die IGS würde dann anstelle der Oberschule treten“, sagt er.

Bedingung für die Einrichtung einer IGS sei an erster Stelle der Elternwille. „Eine Gesamtschule muss mindestens vierzügig sein, das heißt mindestens 96 Schüler pro Jahrgang aufweisen“, erklärt Baier den Eltern. Nur wenn sich ausreichend Eltern für eine IGS aussprechen würden, könne die Samtgemeinde einen Antrag bei der Landesschulbehörde stellen. Deshalb gebe es nun eine Elternbefragung.

Die Eltern von etwa 1400 Grundschülern in der Samtgemeinde können auf einem Fragebogen ankreuzen, auf welche weiterführende Schule sie ihr Kind schicken würden. Als „Ankreuzmöglichkeiten“ sind die Oberschule und das Gymnasium in Bersenbrück, „eine Schule außerhalb der Samtgemeinde“ oder die IGS Ankum aufgeführt. Abgabetermin ist der 2. Oktober.

Warum ist die Oberschule Ankum nicht auf dem Fragebogen? Beim Info-Abend in Kettenkamp gab es vonseiten der Eltern viele Nachfragen. Es gab eine rege diskutierte Frage. Bekommt die IGS eine Oberstufe? „Eine Oberstufe ist nicht geplant, wäre aber möglich, wenn nach den ersten Schuljahren der Elternwunsch besteht“, antwortete Baier.

Als Gerhard Hildebrandt die Merkmale einer IGS vorstellte, tauchen Fragen zum verpflichtenden Ganztagsbetrieb auf. Auch dass eine IGS bis zur siebten Klasse eigentlich keine Zeugnisse mit Noten ausstelle, war für viele Eltern Neuland.