Neue Bauplätze im Kerkflach Rat für moderates Wachstum der Gemeinde Gehrde

Von Sigrid Schüler-Juckenack

Einen Fußgängerüberweg wird es für die Lange Straße – auch provisorisch – nicht geben. Foto: Gert Westdörp/ArchivEinen Fußgängerüberweg wird es für die Lange Straße – auch provisorisch – nicht geben. Foto: Gert Westdörp/Archiv

Gehrde. Mit acht Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung hat der Rat der Gemeinde Gehrde die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Fläche „Kerkflach-Ost“ beschlossen. Dort sollen auf rund 0,8 Hektar zehn bis zwölf Bauplätze für eine Wohnbebauung ausgewiesen werden. Die Fläche liegt in der Verlängerung der Marie-Schmidtsberg-Straße, die bis zur Blumenhalle verlängert werden soll.

Bürgermeister Günther Voskamp hatte zuvor erklärt, dass immer wieder junge Familien nach Bauplätzen fragen, bislang die Gemeinde aber nichts anbieten konnte. Die Erschließung des Gebietes Kerkflach-Ost sei vergleichsweise einfach, da die Bebauung so fortgesetzt wird wie die angrenzenden Wohngebiete. Auf die Frage von Ratsfrau Elke Schnetlage, wie groß die Nachfrage sei, erklärte Voskamp, dass fünf Leute Interesse bekundet hätten.

Voskamp erklärte, dass die Schülerzahlen sinken und der Ort älter werde, weshalb es wichtig sei, Zuzug zuzulassen. Allerdings hätten Interessenten eher den Wunsch, selbst neu zu bauen, als eine alte Immobilie zu übernehmen.

Ratsherr Michael Lange fügte hinzu, dass derzeit aber auch alte Immobilien in Gehrde noch Absatz fänden. Leute, die sich für Gehrde begeistern, sollten dort auch wohnen dürfen. Allgemein wurde von den Ratsmitgliedern ein moderates Wachstum der Gemeinde befürwortet, verbunden mit dem Wunsch, möglichst wenig Flächen für Neubaugebiete zu verbrauchen.

Michael Lange berichtete aus der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Infrastruktur und Wirtschaft. Zum Thema Fußgängerüberweg für Schulkinder über die Lange Straße erklärte er, dass von offizieller Seite nach einer Verkehrszählung das Verkehrsaufkommen als zu gering gesehen werde. Allerdings soll in Kürze eine Unterschriftenaktion unter den Eltern der Schul- und Kindergartenkinder gestartet werden, um dem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen. Auf jeden Fall werde der Rat weiterhin versuchen, den Fußgängerüberweg durchzusetzen.

Lange wies darauf hin, dass an einigen Stellen im Ort Anlieger darauf achten müssen, dass ihre Hecken nicht über 80 Zentimeter Höhe hinauswachsen. Das sei insbesondere an Straßeneinmündungen wichtig. Hier komme es bei höheren Hecken zu Sichtbehinderung und deshalb zu gefährlichen Verkehrssituationen.

Bei der Haushaltsplanberatung für das kommende Jahr sei nach wie vor zu beachten, dass die Gemeinde sparsam sein müsse, so Lange. In die Liste der Ausgaben sind unter anderem die Fertigstellung des Außenbereichs der Kinderkrippe, Pflasterung der Zuwegung zur neuen Schulsporthalle und die Kosten für die Erschließung des Baugebietes Kerkflach-Ost vorgesehen.

Ratsfrau Ingrid Thesing regte an, dass die Gemeinde sich im kommenden Jahr stärker um Blühstreifen an Feldrändern bemühen sollte. Blühstreifen seien wichtig für eine vielfältige Natur, insbesondere bei zunehmendem Maisanbau, so die Ratsfrau.