Einfach und zweckmäßig Gemeinde Eggermühlen treibt neues Jugendhaus voran

Von Martin Schmitz

Einfach und zweckmäßig: Dieser Bau soll das abgebrannte Kinder- und Jugendhaus in Eggermühlen ersetzen. Entwurf: Marianne BuddemeyerEinfach und zweckmäßig: Dieser Bau soll das abgebrannte Kinder- und Jugendhaus in Eggermühlen ersetzen. Entwurf: Marianne Buddemeyer

Eggermühlen. Ein einfacher, aber sehr zweckmäßiger Klinkerbau soll Eggermühlens neues Kinder- und Jugendhaus werden. Die Gemeinde treibt das Projekt zielstrebig voran. Unter einer Bedingung allerdings: Der Bau darf nicht mehr kosten als die Summe, die die Gemeinde aus der Versicherung für den Brandschaden des alten Gebäudes bekommt.

Anfang Juli brannte vermutlich nach einer Brandstiftung das Blockhaus ab, das einst der Tennisverein als Klubheim nutzte und das danach mitsamt den Tennisplätzen zu einem Jugendzentrum umgemodelt worden war, teils mithilfe der Jugendlichen selbst. Seitdem ist die offene Jugendarbeit der Gemeinde sozusagen zu Gast nebenan im Sportlerheim der Fortunen. Das klappt recht gut, berichtete Bürgermeister Markus Frerker in der jüngsten Gemeinderatssitzung, könne aber keine Dauerlösung sein.

Deshalb hat die Gemeinde im Ingenieurbüro Marianne Buddemeyers einen Entwurf in Auftrag gegeben, den Frerker in der Sitzung vorstellte, ein Haus mit Klinkerwänden außen und Holzrahmenbauweise innen. Es soll quer zu Baurichtung der alten Hütte platziert werden, um so einen größeren Vorplatz zu gewinnen. Im Innern bietet es Platz für einen Gruppenraum mit Küchenecke, Herrentoilette und Damentoilette, die behindertengerecht gebaut wird, sowie technische Nebenräume.

Frerker kündigte einen Bauantrag an, zugleich wird die Baugebietsplanung aktualisiert, das Gebiet wird in das angrenzende Sport- und Freizeitareal aufgenommen.

Und: Der Gemeinderat werde dafür Sorge tragen, dass die Versicherungssumme aus dem Brand für den Neubau reichen werde, bekräftigte der Bürgermeister. Das heißt in Eggermühlen üblicherweise, in die Hände zu spucken. In der Tat hatten die Ratsmitglieder vor der Sitzung auf dem Gelände der alten Rentei schon einmal Steine eingesammelt, die beim Kinder- und Jugendhaus zum Pflastern verwendet werden sollen. Und bei der Gelegenheit schon mal einen diffizilen Antrag vorberaten.

Auch der Eggertal-Radwanderweg ist so ein Hürdenlauf, aus bescheidenen Mitteln das Beste herauszuholen. Er begann schon vor zwei Jahren, als Gemeinde und Heimatverein Ideen sammelten und die Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück nebst der Leitung des Natur- und Geoparks Terra-Vita als Berater nahmen. Die Trailexperten rieten, das Programm erheblich auszudünnen. 60 Stationen seien schlicht zu viel. Also soll es nun vier Ortstafeln geben, die die Bauerschaften vorstellen: Basum-Sussum, Besten Döthen-Stottenhausen und Bockraden. Diese vier Streusiedlungen wuchsen über einen Schulzweckverband zusammen und vereinten sich in den Sechzigerjahren zur Samtgemeinde Eggermühlen. Sieben weitere Station sollen markante geologische geschichtliche Punkte in der Gemeinde vorstellen.

So weit, so gut. Anlauf zur nächsten Hürde: Die Europäische Union legt gerade ihre Förderprogramme neu auf. Zuschussanträge müssen warten, bis diese Programme und ihre Regeln bekannt sind. Dann wird sich zeigen, ob das Projekt als Geschenk an die Gemeinde zur Feier „60 Jahre Samtgemeinde Eggermühlen“ im Jahr 2016 verwirklicht werden kann. Und ob auch der Aussichtsturm dabei sein wird auf dem Osterboll westlich des Orts im Hügelland, mit atemberaubendem Blick auf Eggermühlens Schweiz, sein Tiefland im Bruch, die Wälder der Maiburg und bei superklarem Wetter bis zum „Pfanni-Turm“ im fernen Cloppenburg.

Eggermühlens Geschichte soll übrigens auch im Innern des Kreisverkehrs an der Landesstraße dargestellt werden: Ein Mühlrad soll den Eggermühlenbach als einigendes Band symbolisieren, vier Findlinge die Ortsteile. Für das Mühlrad läuft eine Anfrage bei den Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück.