90-Jahr-Feier KFD Kettenkamp kümmert sich um das Gemeinwohl

Von Gabriele Grund


Kettenkamp. Als sich vor 90 Jahren Frauen aus der Gemeinde Kettenkamp zu einer Gemeinschaft zusammenschlossen, um gemeinsame Interessen zu fördern und auszutauschen, ahnten sie sicherlich nicht, wie sich die Gewichtung der Frauen in der Gesellschaft in den Jahrzehnten ändern würde. Einen Rückblick auf die Anfänge der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) erlebten Gäste des Vereinsjubiläums im Saal Klaus. Gespickt hatten die Organisatorinnen ihr Fest mit Tanz- und Sketchvorführungen.

Die Gründung einer Frauengemeinschaft, so die Vorsitzende Maria Gärke, sei damals von einem Missionspater, der während einer Gemeindemission in Kettenkamp wirkte, angestoßen worden. Mit ihrer damaligen Vorsitzenden, übrigens ebenfalls eine Maria Gärke, sei das Mitwirken von Frauen im Gemeindeleben gewachsen.

Vieles, etwa Besuchsdienste zu Hochzeiten, Geburtstagen oder bei Krankenhauspatienten, sei geblieben, anderes, wie die Mithilfe im kirchlichen Dienst als Lektorin oder Kommunionhelferin sei in den Folgejahrzehnten hinzugekommen.

Mit Waltraud Kipp als KFD-Ansprechpartnerin für die Pfarreiengemeinschaft Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp und Regina Bien als Gleichstellungsbeauftragte sei die Zusammenarbeit auch über Gemeinde- und Ökumenegrenzen hinaus stetig gewachsen.

Mit Pastorin Angelika von Clausewitz von der Dorotheen-Gemeinde Nortrup-Loxten, Frauenseelsorger Jörg Buß und Ansgar Stolte, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp, hieß Gärke die kirchlichen Ehrengäste willkommen. Wie viele Vereine sei auch die KFD stets bemüht, junge Mitglieder in ihren Reihen aufzunehmen. Generationsübergreifenden Entwicklungen könnten nur erfolgreich verlaufen, wenn sich mehrere Generationen in einer Gruppierung auch engagierten, so die Vorsitzende.

Stellvertretend für die anwesenden KFD-Abordnungen bedankte sich Gertrud Kater vom Regionalteam für die gute Zusammenarbeit mit den Kettenkamperinnen. Die Bereitschaft, sich auch außerhalb ihrer kirchlichen Aufgaben für das Gemeinwohl einzusetzen, hob Kettenkamps Bürgermeister Reinhard Wilke hervor.

Ob 90 Jahre nun alt oder jung seien, so Waltraut Kipp, hänge vom Blickwinkel ab. Und dieser Blickwinkel variiere nun einmal, wenn sich drei Generationen in einer Gemeinschaft zusammenfänden. Entscheidend sei dabei, stets einen Konsens zu finden und sich Neuerungen nicht zu verschließen.

Mit launigen Worten zog Pfarrer Angar Stolte im seinem Grußwort Parallelen des 90. Geburtstages zu „Miss Sophie“ und „Butler James“ aus der Kult-TV-Sendung „Dinner for one“. Anders als der Grundsatz der englischen Adelslady „The same procedur as every year“ – dasselbe Prozedere wie in jedem Jahr – sei die Frauengemeinschaft nie stehen geblieben, sondern habe sich stets weiterentwickelt.

Diese Weiterentwicklung wurde bei einer Bilderschau mit Motiven aus den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Was tänzerisch geht, zeigten die Frauen beim anschließenden Linedance auf der Bühne. Bei „The Lion sleeps tonight“ oder dem „Country-Irish-Stew“ wurde kräftig mitgeklatscht.

Einen Spiegel hielten Toni (Karin Jenjahn) und Lisbeth (Anita Lennartz) den Frauen vor. Pastorenthemen, aber auch der legendäre Ausflug zum „Kamener Kreuz“ kamen dabei spitzzüngig zur Sprache.

Der Abschluss der Jubiläumsveranstaltung verlief poppig: Im ABBA-Look aus den 1970er-Jahren stürmten blonde Damen die Bühne und präsentierten die Top-Hits des Schwedenquartetts auf tänzerische Weise.