Richtfest Gehrde: Freie Evangelische Gemeinde baut Gemeindezentrum

Von Liesel Hoevermann

Über die Fortschritte beim Bau des neuen Gemeindezentrums freuen sich Arthur Nuss, Jochen Müller, Ludwig Buling und Waldemar Schwarz. Foto: Liesel HoevermannÜber die Fortschritte beim Bau des neuen Gemeindezentrums freuen sich Arthur Nuss, Jochen Müller, Ludwig Buling und Waldemar Schwarz. Foto: Liesel Hoevermann

Gehrde. Im Industriegebiet in Gehrde entsteht derzeit ein neues Gemeindezentrum der Freien Evangelischen Gemeinde Wort des Lebens, so die offizielle Bezeichnung. Jüngst haben die Familien Richtfest gefeiert, zwar ohne den sonst bei dieser Gelegenheit üblichen Richtkranz, dafür aber mit einem Dankgottesdienst und viel Musik in dem noch unfertigen Rohbau und mit anschließendem gemeinsamen Festmahl.

Das neue Gemeindezentrum der Freien Evangelischen Kirche ist ein imposantes Gebäude in Massivbauweise mit 1100 Quadratmeter Grundfläche auf einem sechsmal so großen Grundstück. Der zentrale Mittelteil mit den hohen Fensterlücken erinnert an einen Kirchenraum.

Zu beiden Seiten erstrecken sich weitere Räume auf zwei Etagen, in denen Platz für die Aktivitäten der Gemeindemitglieder sein wird. Dazu gehört ein eigener Bereich für Jugendliche und ein ähnlich großer für Kinder, ergänzt jeweils mit Küche und Sanitärräumen, viel Platz also für Freizeitgruppen, die regelmäßig wöchentlich angeboten werden, erklären Waldemar Schwarz und Arthur Nuss, Sprecher der Gemeinde. Bis zu 70 Kinder und Jugendliche nutzen diese wöchentlichen Angebote, außerdem gibt es Gesprächskreise für Frauen und Männer zusätzlich zu den regelmäßig stattfindenden Gottesdiensten.

In dem Gottesdienst zum Richtfest lässt Waldemar Schwarz die Entscheidung zum Bau und dessen Umsetzung Revue passieren und bedankt sich bei den Handwerkern für die bisher geleistete Arbeit und vor allem bei den Gemeindemitgliedern für deren Unterstützung, etwa bei Ludwig Buling, der als Koordinator des Bauvorhabens wichtiger Ansprechpartner für alle ist.

Reichlich Eigenarbeit und Eigenfinanzierung sind seit dem Baubeginn im März bereits geleistet worden, bis zur geplanten Fertigstellung im Oktober 2015 ist aber noch viel Einsatz nötig. „All das haben wir mit Gottes Hilfe geschafft und werden das auch weiterhin schaffen“, nennt Schwarz den Motivationsgedanken der Gemeindemitglieder.

Dann erzählt er abwechselnd mit Arthur Nuss und Jochen Müller von dem Wachsen der jungen Gemeinde und der langjährigen Planung für das neue Gemeindezentrum.

Die Freie Evangelische Gemeinde in Bersenbrück-Hastrup ist die Muttergemeinde, die sich durch stetigen Mitgliederzuwachs in den vergangenen Jahren stark vergrößert hat. Vor rund acht Jahren begannen bereits die Überlegungen für eine Teilung der Gemeinde und den Neubau eines weiteren Gemeindezentrums. „Aus anfänglich 18 sind mittlerweile 106 Mitglieder für diese Gemeinde geworden, hinzu kommen 70 Kinder“, sagt Arthur Nuss. Im Gemeindezentrum Hastrup reichte der Platz nicht mehr, die Freien Evangelischen Christen weichen in der Übergangsphase auch in andere Gebäude der Stadt aus, etwa in die Räume der Grundschule.

Die Muttergemeinde hat für das neue Gemeindezentrum in Gehrde das Grundstück und Startkapital für den Bau gegeben, alles andere finanzieren die Mitglieder, die nicht nur aus Bersenbrück und Gehrde, sondern auch aus Nortrup, Quakenbrück und weiteren Orten kommen. Die Loslösung von der Muttergemeinde ist keine Abspaltung, sondern quasi eine Expansion an neuem Standort durch das konsequente Gemeindewachstum der überaus aktiven Mitglieder.

Viele Gemeindemitglieder haben einen Migrationshintergrund. „Das ist aber keine Bedingung, wir freuen uns über jeden neuen Besucher und jede neue Besucherin“, sagt Waldemar Schwarz mit leichtem Schmunzeln. Das neue Gemeindezentrum ist Begegnungsstätte und Treffpunkt für die Mitglieder in allen Altersklassen, hier werden Glauben und Gemeinschaft gelebt, musiziert, gekocht, Gottesdienste gefeiert, Vorträge gehört und Gespräche geführt, es wird innen und auf dem Außengelände Platz für Sport und Spiel geben, wichtig vor allem für die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen.

In gut einem Jahr soll alles fertig sein, bis dahin wollen die Mitglieder der jungen Gemeinde noch einiges in Eigenleistung schaffen.