Neue Provinzialoberin stellt sich vor Königsberghilfe: Hoher Besuch in Alfhausen

Von Martin Schmitz

Die Katharinenschwestern sahen sich bei ihrem Besuch auch in der Lager Wallfahrtskirche um. Von links: Johannes Stürenberg, Schwester Beata, Schwester Winzenta, Provinzialoberin Schwester Bartholomea, Theo Große Starmann, Schwester Blazeja. Foto: Horst SchwitallaDie Katharinenschwestern sahen sich bei ihrem Besuch auch in der Lager Wallfahrtskirche um. Von links: Johannes Stürenberg, Schwester Beata, Schwester Winzenta, Provinzialoberin Schwester Bartholomea, Theo Große Starmann, Schwester Blazeja. Foto: Horst Schwitalla

Alfhausen. Hoher Besuch in Alfhausen: Schwester Bartholomea, neue Oberin der Provinz Polen des Katharinenordens, schaute auf ihrer Antrittsreise bei Theodor Große-Starmann von der Königsberghilfe vorbei. Der Orden und die Hilfsorganisation arbeiten schon lange zusammen. Vielleicht werden sie ihre Kooperation bald verstärken.

Im alten Ostpreußen war der Katharinenorden eine Institution. Die Schwestern des 1571 in Braunsberg (Braniewo) gegründeten Ordens kümmerten sich um die Krankenpflege, halfen mit, das Gesundheitssystem aufzubauen.

Ende des Zweiten Weltkrieges wurden viele Schwestern vertrieben, sie gründeten in Münster eine neue Ordensprovinz. Zugleich behauptet sich das Kloster am Stammsitz in Braunsberg, seine Mitglieder können sogar Kontakt halten zum russischen Teil Ostpreußens, dessen Grenze nur wenige Kilometer entfernt liegt. Das macht sie zu natürlichen Verbündeten der Königsberghilfe , die Anfang der Neunzigerjahre begann, Hilfsgüter in die russische Enklave zu bringen.

Im Kloster übernachten die Fahrer der Hilfstransporte auf ihrem 1100 Kilometer langen Weg aus Deutschland. Hier wird auch einiges zwischengelagert und im kleinen Grenzverkehr in den Bezirk Königsberg gebracht, der heute noch so abgeschottet wirkt und so streng überwacht wird wie zu Zeiten des Kalten Krieges.

Man hilft sich, wo man kann: Schwester Bartholomea leitete kürzlich noch ein großes Behindertenheim in Bisztynek (Bischofstein). Als eine Hagelkatastrophe den kleinen Ort heimsuchte, beschaffte die Königsberghilfe Dachpfannen und anderes Material aus Deutschland, das an Ort und Stelle „dringend gebraucht wurde und eine große Hilfe war“, blickt Bartholomea in Alfhausen zurück.

Sie ist jetzt zur Provinzialoberin der polnischen Provinz der Katharinenschwestern aufgerückt. Ihren Antrittsbesuch in Münster, seit 2005 Zentrale der deutschen Katharinenprovinz, nutzt sie zu einem Abstecher nach Alfhausen.

Eines der Gesprächsthemen ist eine Ausweitung der Zusammenarbeit in Königsberg. Die Königsberghilfe betreibt in einem Vorort der Stadt ein Tagespflegeheim für Kinder. Die Katharinenschwestern engagieren sich bereits in einem solchen Kinderhaus, das zu Mamonowo gehört, dem ehemaligen Heiligenbeil am Ufer des Frischen Haffs.

Gern würde die Königsberghilfe die Schwestern für die Mitarbeit in ihrem Kinderhaus in Königsberg gewinnen. Doch selbst der lebendige Katharinenorden reagiert normalerweise eher zögerlich auf solche Anfragen. Seine Mitglieder arbeiten in vielen sozialen Einrichtungen in aller Welt. Wie vielen anderen Orden mangelt es aber auch den Katharinenschwestern immer mehr am Nachwuchs.

Trotzdem hat Theodor Große-Starmann den Eindruck, dass sein Anliegen mit Wohlwollen aufgenommen und geprüft wird. In Kürze wollen sich die Schwestern mit ihm an Ort und Stelle in Königsberg umschauen.


Die Kongregation der Schwestern von der hl. Jungfrau und Martyrin Katharina, auch als Katharinenschwestern bekannt, ist in der katholischen Kirche eine der ältesten aktiven Frauenorden, der seit der Gründung im Jahr 1571 ohne Unterbrechung besteht. Den Orden gründete die seliggesprochene Regina Protmann im ostpreußischen Braunsberg. Im Laufe der Zeit betrieb der Orden Krankenhäuser, Waisen- und Altenheime. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Schwestern aus ihrer Heimat vertrieben. Sie ließen sich zunächst im Bistum Osnabrück nieder und wirkten später in Krankenhäusern in anderen Regionen. Einige Schwestern blieben nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostpreußen und gründeten dort die polnische Ordensprovinz.

Quelle: Wikipedia