„Positive Resonanz hat gutgetan“ Gallowayzüchter aus aller Welt am Alfsee

Von Margarete Hartbecke


Alfhausen. Zur Weltkonferenz kamen die Gallowayzüchter in Wildeshausen zusammen. 160 Züchter aus 19 Ländern trafen sich zum Gedankenaustausch und besichtigten während ihres Treffens auch die Herde der Familie Behrens am Alfsee.

An diesem Tag war es mit der idyllischen Ruhe am Alfsee-Reservebecken dahin. Bernhard und Bernd Behrens hatten die White Galloways in den vorderen Wiesenbereich geholt und nach hinten abgeriegelt. So gab es kein Entkommen, als Scharen von Züchtern aus aller Welt anfangs von außen die Herde betrachteten und dann Stück für Stück näherrückten.

Die Kühe und Kälber mit dem weißen Fell und den schwarzen Ohren, Schnauzen und Füßen drängten sich eng zusammen und ließen sich auch nicht aus ihrer Ecke locken. Zu übermächtig wirkten die vielen Besucher. Das sahen dann auch die Züchter ein, wählten den Rückzug und genossen für kurze Zeit die Rast im Gras der Deichböschung.

Auch dann ging die Fachsimpelei weiter: welche Vererbungsregeln ein geflecktes Riggetkalb in eine Herde mit White Galloways bringt, welche ungesättigten Fettsäuren das magere Rindfleisch so wertvoll machen und wieso Gallowayzucht und Vogelschutz am Alfsee an einem Strang ziehen, statt sich auszuschließen.

Vier ereignisreiche Tage lagen schon hinter den Konferenzteilnehmern. Während Familie Behrens zusammen mit Freunden und Nachbarn noch organisierte, konnte Züchterkollege Karl-Heinz Gerling entspannt seine Eindrücke schildern. Sein Betrieb in Hörstel/Westfalen war morgens besucht worden. Die Züchter aus Osteuropa waren ihm besonders aufgefallen. Ein junger, dynamischer Litauer habe forsch mit den großen Weideflächen in seinem Land geworben und mit den Kenntnissen in der Viehhaltung, es fehle einfach nur an Kapital. Auch russische Züchter seien sehr interessiert aufgetreten. Galloways seien als robuste, leicht kalbende Rasse besonders geeignet für eine extensive Bewirtschaftung der rauen Landschaft in Osteuropa.

Der Kontakt zur russischen Delegation war durch Georg Menke forciert worden. Er ist ehemaliger Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Gallowayzüchter und hat die Weltkonferenz maßgeblich organisiert. „50000 Galloways rund um Moskau“ – so formulierte er seine Vision. Hier liege ein unglaublicher Absatzmarkt, der in den nächsten zwölf bis 15 Jahren bedient werden solle. Marketingkonzepte und Vermarktungssysteme nannte er als wesentliche Fachthemen der Konferenz.

Auch die deutsche Gallowayzüchtung und ihr Einsatz in der deutschen Landschaft sollten den Teilnehmern gezeigt werden. Denn die kamen nicht nur aus Schottland, England und anderen Nachbarstaaten, sondern auch aus Estland, Litauen und Russland, aus Kanada, den USA und Uruguay sowie aus Australien und Neuseeland. So eine Weltkonferenz diene auch dazu, den Zusammenhalt so vieler verschiedener Menschen zu fördern.

Für Familie Behrens ging eine ebenso anstrengende wie eindrucksvolle Woche zu Ende. Lang geplante Vorbereitungen und tatkräftig unterstützende Nachbarn und Freunde hatten diesen Termin gelingen lassen. „Die positive Resonanz auf unsere Herde hat uns gutgetan“, gibt Maria Behrens zu, lenkt aber gleich wieder bescheiden ein, dass es auch Orientierung für die Zukunft sei, den richtigen Weg in der Züchtungsarbeit eingeschlagen zu haben.

Während ihr Mann Bernhard und ihr Sohn Bernd am letzten Konferenzprogramm teilnehmen, erledigen Maria und Tochter Annemarie das, was in den letzten Tagen zu Hause liegen geblieben war. Und neben all den Fachgesprächen dürfen auch die menschlichen Kontakte nicht zu kurz kommen. Sie freue sich, dass nachmittags noch befreundete Züchter aus Schottland oder Kanada zum Abschiedsplausch vorbeischauen.