Anlieger gegen Aussichtsturm Trübe Aussichten in Tütingen

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ms Ankum. Der Kreisheimatbund Bersenbrück möchte eine Aussichtsplattform in Tütingen südlich von Ankum. Anlieger wehren sich dagegen. Aus ihrer Sicht wäre der Aussichtspunkt auf dem Goldhügel in Alfhausen besser untergebracht.

Der Blick von hier ist einzigartig: Hinter dem Betrachter die bewaldeten Höhen, davor abfallendes Gelände bis zu Silhouette Ankums, mittendrin der unvermeidliche Kirchturm, dahinter die Höhen von Druchhorn und Sitter. Östlich davon gleitet der Blick bis hinunter in die Tiefebene des Artlands.

Hier, auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Restaurant „Grüner Wald“, stellte der Heimatverein Ankum eine Bank für Wanderer auf, die Richard Wingerberg mit seiner Familie pflegte. Doch die Aussicht, diese Bank durch einen Aussichtsturm zu ersetzen, behagt manchem Tütinger nicht. Wingerberg und Stefan Nieberg sind die Sprecher der Kritiker.

Hundert Meter rechts vom Aussichtspunkt befinden sich zwei Anwesen. Vom Turm aus könne man den Bewohnern in die Privatsphäre schauen. Der Parkplatz für Turmbesucher liege auf der anderen Seite der belebten Landesstraße 70, für Familien mit Kindern oder gar Schulklassen sei eine Überquerung sehr gefährlich. Außerdem störe der Straßenlärm den beschaulichen Naturgenuss vom Turm. Nicht zu vergessen, dass manche Besucher gar nicht erst den Parkplatz anfahren würden, sondern gleich im Privatweg parken, der vor dem Turm verlaufen würde.

Nach einem Vermittlungsversuch unter Einbeziehung der Gemeinde Ankum hat der Kreisheimatbund Bersenbrück mittlerweile reagiert und seine Pläne geändert. Statt eines Turms soll nun eine zwölf Meter hohe Aussichtsplattform entstehen, zurückgezogen in den Wald, um die Sicht auf die Häuser zu sperren. Neben dem Bewuchs sollen Sichtblenden die Privatsphäre schützen helfen.

Doch was, wenn im Winter die Blätter fallen? Dann würden die Häuser durchs Geäst sichtbar, fürchten Wingerberg und Nieberg. Ob Sichtblenden auf Dauer Schutz bieten, erscheint ihnen zweifelhaft.

Als leidenschaftlicher Radwanderer hat Stefan Nieberg einen Standort gefunden, der ihm vorteilhafter erscheint: Oberhalb der Schutzhütte am Goldhügel in Alfhausen sei ein Blick über das Hasetal möglich und sogar bis zum Dümmer und nach Nordrhein-Westfalen hinein zum Stemweder Berg. Die nächsten Häuser seien 300 Meter entfernt, ein Parkplatz sei vorhanden, und wie der Aussichtspunkt in Tütingen liege auch der Goldhügel an der neuen Wanderroute Bersenbrücker-Land-Weg. Nur das Grundstück müsse sich der Kreisheimatbund Bersenbrück noch beschaffen, anders als in Tütingen, wo es zur Verfügung steht.

Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange hingegen findet nach den Änderungen der ursprünglichen Pläne eine Aussichtsplattform in Tütingen durchaus nicht an der falschen Stelle. Um die Entschärfung der Verkehrssituation werde das Straßenbauamt sich kümmern, erklärt er.

Am 31. Juli wird der Ankumer Gemeinderat entscheiden müssen, wie er sich zu dem Projekt und einer finanziellen Beteiligung der Gemeinde stellt. Diese Entscheidung wolle auch der Kreisheimatbund abwarten, teilt sein Vorsitzender Franz Buitmann mit.


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