Neun Sekunden Vorsprung Bersenbrücker Ruderinnen siegten auf Landesebene

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Bersenbrück. Emsiges Treiben am Bootssteg des Stichkanals bei Salzgitter: Die Bersenbrücker Mädchen „riggern“ ihren „Vierer mit Steuerfrau“ auf, der Niedersachsen-Wettkampf steht kurz bevor. Noch einmal gehen Rieke Stindt, Svenja Krone, Kimberly Hübler und Sarah Gerritsen als Ruderinnen sowie Lisa Gerritsen als Steuerfrau zusammen mit ihren Trainerinnen Johanna Heile und Anna Holtkämper die 3000 m-Strecke in Gedanken durch, bevor es ernst wird.

Dann nehmen sie ihre Plätze ein und rudernd reihen sie sich in die auf den Startpunkt zufahrenden Boote ein. Alle 30 Sekunden ertönt das Signal zum fliegenden Start. Es dauert eine Weile, bis die Bersenbrückerinnen aufgerufen werden. Sie legen sich zum Startspurt „in die Riemen“: Zehn Schlag mit Kraft und Schnelligkeit ausgeführt bringen das Boot schnell auf Fahrt, anschließend wird im Langstreckenschlag weitergefahren: Das Boot „gleitet“ im Wasser.

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht, insbesondere das Boot des Carolinum Osnabrück kommt auf den ersten 1500 Metern näher und näher. Doch nach der Wende können die Bersenbrückerinnen die Verfolger durch Erhöhen der Schlagzahl abschütteln.

Bereits 150 Meter vor dem Ziel zieht Rieke Stindt als Schlagfrau den Endspurt an, sodass die drei anderen Mädchen ebenfalls alle Kraftreserven mobilisieren beziehungsweise „ins Wasser setzen“ müssen. Die Zieleinfahrt – Haben wir es geschafft? Die Ruder sinken flach auf das Wasser, das Boot gleitet aus. Weder Jubel noch Trauer. Zunächst bleibt Unsicherheit, denn die übrigen Boote sind noch nicht durch.

Erst am Abend dieses Wettkampftages wird das Ergebnis bekannt gegeben: Mit sage und schreibe drei Bootslängen oder in Zeit ausgedrückt: mit neun Sekunden Vorsprung gewinnen die Ruderinnen vom Gymnasium Bersenbrück auf der Langstrecke., die Hände fliegen in die Höhe: Gewonnen – was für ein tolles Gefühl!

Mit dieser enormen Leistung hatte das Bersenbrücker Ruderteam nicht nur den Landesentscheid gewonnen, sondern sich damit auch bereits am ersten Tag des Wettkampfs für den Bundeswettbewerb in Berlin-Rüdersdorf qualifiziert, der heute endet.

Und fast hätten sie es geschafft, auch noch auf der 1000 m-Strecke in Berlin antreten zu dürfen. Das Rennen selbst dominierten die Bersenbrückerinnen bis zum Endspurt, bei dem ihnen dann jedoch bei unruhigem Wasser die Kräfte schwanden beziehungsweise die Kraft nicht mehr ganz „ins Wasser gebracht“ werden konnte: Mit fünf Millisekunden (!) Abstand mussten sie sich mit dem undankbaren zweiten Platz zufrieden geben, während die Konkurrenz aus Osnabrück den Sieg einfuhr.

Eine solche Leistung, wie sie die Ruderinnen vom Gymnasium Bersenbrück erbracht haben, kommt nicht von ungefähr: Regelmäßiges Training, in den Wochen vor dem Landesentscheid bis zu fünf Mal pro Woche, mit erfahrenen und hoch motivierten Trainerinnen bringen Kraft, Ausdauer und eine gute Einschätzung des eigenen Könnens. Und nicht zu vergessen: Susanne Gerritsen, Mutter von Lisa und Sarah, übernahm die Betreuung des Teams, worunter sicherlich nicht nur das Fahren des Busses mit dem Bootsanhänger zu verstehen ist!


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