Pionier, Held oder Verbrecher? Wernher-von-Braun-Straße in Bersenbrück untragbar?

Wernher von Braun 1944 mit Offizieren der Wehrmacht in Peenemünde. Foto: dpaWernher von Braun 1944 mit Offizieren der Wehrmacht in Peenemünde. Foto: dpa

Bersenbrück. Schüler sollen mit Geschichtsprojekten entscheiden, ob der Name des Raketenpioniers Wernher von Braun für eine Straße im Bersenbrücker Gewerbegebiet noch tragbar ist. Dies beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochabend.

In den Sechziger- und Siebzigerjahren wurde von Braun verehrt als Schöpfer der Saturn-Raketen für das amerikanische Mondlandungsprogramm. Seine Rolle im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg wurde damals kaum wahrgenommen. Vor 1945 hat von Braun tödliche Kriegswaffen konstruiert und in Kauf genommen, dass für ihren Bau KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene starben. Neue Biografien rücken diesen Aspekt ins Licht, mit der Folge, dass mittlerweile sämtliche Wernher-von Braun-Schulen umbenannt worden sind oder werden.

In Bersenbrück ist von Braun ebenso wie den Technikpionieren Werner von Siemens und Hermann Kemper aus Nortrup eine Straße gewidmet. Die Grünen beantragten bei der Stadt, die Wernher-von-Braun-Straße umzubenennen. Rolf Gelinsky (CDU) nahm daraufhin Kontakt auf mit dem Gymnasium Bersenbrück und der von-Ravensberg-Schule, ob man bereit sei, Schüler zu dieser Frage forschen zu lassen, um den Stadtrat eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Das Gymnasium habe zugestimmt, die von Ravensberg-Schule nicht. Laut Elisabeth Middelschulte und Josef Weissmann von den Grünen sei die Oberschule aber trotzdem interessiert. Nun soll sie noch einmal befragt werden.


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