Kilometer kaufen für guten Zweck „Wandermatze“ unterwegs im Altkreis Bersenbrück

Auch Pause muss mal sein. Beim Heimathaus in Alfhausen legte Matthias Fußy eine Rast ein. Foto: Georg GeersAuch Pause muss mal sein. Beim Heimathaus in Alfhausen legte Matthias Fußy eine Rast ein. Foto: Georg Geers

Alfhausen. Gewandert ist Matthias Fußy in seinem Leben schon viele hundert Kilometer. Eine Fülle von Trekkingtouren in Grönland, Schottland, Nordschweden oder Lappland sowie etliche Fernwander- und Pilgerweg hat der Wahl-Spiekerooger bereits unter seine Füße genommen. Zurzeit erfüllt sich der Extremwanderer seinen Traum, die Republik von Nord nach Süd zu durchwandern. Über die Osterfeiertage war er auch im Altkreis Bersenbrück unterwegs.

Er hat Freude daran, sich in der Natur zu bewegen, neue Landschaften und neue Menschen kennenzulernen und mit seiner Aktion benachteiligte Kinder zu unterstützen. Eine imposante, 1500 Kilometer lange Strecke in gut sechs Wochen zu bewältigen, von der Insel Spiekeroog in Deutschlands Nordwesten bis auf die Zugspitze an der Grenze zu Österreich, das ist das Ziel des Extremwanderers Fußy.

Um die 30 Kilometer seien das jeden Tag, so „Wandermatze“, wie er sich auf seiner Deutschlandtour nennt. Die Nord-Süd-Tour allerdings hat er nicht mit einem Lineal auf der Landkarte gezogen. Auf Fernwanderwegen durch interessante Landschaften, da nehme er auch Umwege gern mal in Kauf. Immer am Mann, beziehungsweise auf seinen Schultern ist sein 18 Kilogramm schwerer Rucksack, in dem er neben Zelt und Wanderausrüstung auch seinen Tablet-PC für die Verbindung an die „Basis“ transportiert. Seine Wanderung durch die Republik dokumentiert Matthias Fußy auf seiner Internetseite www.wandermatze.de, die Schwager Martin täglich mit neuen GPS-Daten füttert, die ihm Fußy via Internet zur Verfügung stellt.

Auf seiner Homepage wirbt der Wanderer für das von ihm ins Leben gerufene Projekt „Natur für Heimkinder“. Durch den Verkauf einzelner Streckenkilometer soll Geld zusammenkommen, mit dem der Inselbewohner Heimkinder mit Wanderschuhen und Bahntickets ausstatten sowie Übernachtungen in Jugendherbergen finanzieren möchte. „Mein großes Ziel ist es, Heimkindern das zu ermöglichen, was mir so viel gibt: das Wandern in freier Natur. Mit dem Wandererlös möchte er einige Menschen ein wenig glücklicher machen.

Informationen zur genauen Streckenführung und zum Projekt „Kaufen Sie Ihren Kilometer für den guten Zweck“ kann man auf seiner Internetseite nachlesen. Nach Abschluss des Projektes gibt es dort Tipps über die gelaufenen Wanderwege für Nachahmer. Jeder Spendeneuro, der während der Tour zusammenkommen wird, soll ohne Abzug in das geplante Projekt „Natur für Heimkinder“ fließen. Auf seinem „Matzometer“, den Fußy auf der Internetseite installiert hat, legt er jeden Spenden-Euro offen. Um diese Deutschlandtour realisieren zu können, hat Fußy, der auf Spiekeroog im „normalen Leben“ als selbstständiger Hausmeister seinen Lebensunterhalt bestreitet, wochenlang 14 bis 16 Stunden am Tag vorgearbeitet, um sich schließlich diesen Sechswochentrip erlauben zu können.

Die vergangenen Tagesetappen hätten immer wieder Überraschungen für ihn bereitgehalten, so der Insulaner. Besonders die Etappe durch das Hahnenmoor sei ihm wie ein Marsch durch eine andere Welt vorgekommen. Erstaunt hätten ihn auch die Höhenmeter, die er in den vergangenen Tagen in dem scheinbar doch so platten Bersenbrücker Land bewältigt habe. Über 300 Höhenmeter, exakt als GPS-Track aufgezeichnet, hätte er sich hier kaum vorstellen können. Die Gastfreundlichkeit, die er immer wieder erfahren habe, bestärke ihn jeden Tag wieder aufs Neue wieder in seinem Vorhaben.

Am Donnerstag verlässt er nach einem Zwischenstopp in Bad Iburg das Bundesland Niedersachsen und setzt die Wanderung in Nordrhein-Westfalen auf dem Hermannsweg fort. Über den Eggeweg geht es weiter in Richtung Warburg nach Hessen und über den Hessenweg 5 schließlich nach Süden. Über den Eselsweg und den Spessartweg erreicht der begeisterte Vielwanderer in Tauberbischofsheim die „Romantische Straße“, die fast 500 Kilometer durch Bayern bis nach Füssen verläuft. „Wer diesen Weg in voller Länge gewandert ist, kennt Bayern“, so das Nordlicht.

Auf dem vorletzten Teilabschnitt will der Insulaner von Füssen aus über ein kleines Teilstück in Österreich Garmisch-Partenkirchen erreichen. Von dort aus plant er den Aufstieg durch das Reintal auf die Zugspitze, wo er, wenn alles nach Plan verläuft, 2962 Meter höher als an der Nordsee, am Zielpunkt seiner Wanderung stehen wird. Bis es so weit ist, freut sich Fußy jeden Tag auf neue Landschaften, neue Menschen und auf viele Spenden-Euros für sein Projekt.

Informationen im Internet: www.wandermatze.de


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