Alternative: Bahn stilllegen Neues Gleis für Superzüge in Ankum?

Marcel Haselof, Klaus Menke, Jürgen Werner und Horst Baier wollen die Aktivierung der Bahnstrecke Bersenbrück-Ankum prüfen.

            

              Foto: SamtgemeindeMarcel Haselof, Klaus Menke, Jürgen Werner und Horst Baier wollen die Aktivierung der Bahnstrecke Bersenbrück-Ankum prüfen. Foto: Samtgemeinde

Ankum/Bersenbrück. Soll die Samtgemeinde Bersenbrück die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn (ABE) offen halten oder schließen? Ihr Bürgermeister Horst Baier ist eindeutig für offen halten.

Unter den deutschen Privatbahnen dürfte die ABE ziemlich einzigartig sein. Das Bahngleis ist bestens in Schuss, könnte jederzeit von fast jedem beliebigen Zugbefahren werden. Doch Güterzüge verirren sich seit Langem nicht mehr nach Ankum.

Andererseits muss die Stadt Bersenbrück jetzt zum zweiten Mal tief in die Tasche greifen, um eine neue Straße über die Bahnlinie hinweg zu bauen: Die Bundesstraße 214 verläuft parallel zum Bahngleis. Jeder neue Übergang muss mit sehr teurer Signaltechnik ausgerüstet werden, verlangt die Deutsche Bahn. Nach dem Industriegebiet Ahausen wird dies auch bei der neuen Kreuzung im Bersenbrücker Industriegebiet West der Fall sein. Deshalb fragt die Stadt Bersenbrück an, wie teuer eine Stilllegung sei.

Daraufhin ludt Bürgermeister Horst Baier als Vorsitzender der ABE-Gesellschafterversammlung Marcel Haselof nach Ankum ein, den neuen Geschäftsführer der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft (EHB) Region Osnabrück, und Eisenbahnbetriebsleiter Jürgen Werner. Ewald Beelmann, Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde, und der stellvertretenden Ankumer Bürgermeister Klaus Menke nahmen ebenfalls teil.

Die Eisenbahnstrecke nach Ankum ist laut Jürgen Werner baulich in gutem Zustand und benötigt nach dem Abschluss kleinerer Sanierungen keine weiteren Investitionen mehr für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Durch Zuschüsse könne die ABE derzeit die laufenden Kosten der Gleisunterhaltung auch ohne Zugbetrieb decken.

Werner zufolge seien die von der Deutschen Bahn bevorzugten 700 Meter langen Ganzzüge auf der Strecke nach Ankum nicht einsetzbar. Laut Haselof gebe es aber viele nicht bundeseigene Eisenbahnen, die auch an kleineren Aufträgen interessiert seien, und kostengünstig arbeiten könnten. Die EHB könne passgenaue Betriebskonzepte anbieten.

Um Ganzzüge ohne großen Rangieraufwand abfertigen zu können, bräuchte der Ankumer Bahnhof ein Umfahrungsgleis. Werner berichtete von einem neuen Bundesprogramm, aus dem Privatbahnen für ihre Investitionen eine Förderung von bis zu 90 Prozent bekommen könnten.

Haselof schlägt vor, die ABE solle ein Gutachten zum Güterverkehrspotenzial in Auftrag geben. Unternehmen sollten darin befragt werden, ob sie an einem Gütertransport auf der Strecke Ankum-Bersenbrück interessiert sind. Baier möchte den Vorschlag aufgreifen und hat die ABE gebeten, ein Angebot einzuholen.


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