Dmytro und Alla Guy wollen informieren Zwei Bersenbrücker zum Konflikt zwischen Russland und Ukraine

Von Lena Stangenberg

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Besorgt: Dmytro (mit der Nationalflagge der Ukraine über der Schulter) und Alla Guy. Foto: Lena StangenbergBesorgt: Dmytro (mit der Nationalflagge der Ukraine über der Schulter) und Alla Guy. Foto: Lena Stangenberg

Bersenbrück. Demonstrationen, Janukowitsch, Maidan, Krim, EU-Sanktionen – das sind Schlagwörter, die momentan jeder in den Medien liest, hört und sieht. Die ganze Welt schaut auf die Ukraine. Aber weiß auch jeder, worum es bei dem Konflikt geht? In Bersenbrück lebt der Ukrainer Dmytro Guy. Gemeinsam mit seiner Frau Alla möchte er seine Mitbürger über die Situation in seinem Heimatland informieren – und braucht dabei Unterstützung.

„Wir werden momentan oft auf der Straße angesprochen, was denn in der Ukraine los ist“, berichtet Alla Guy. Die 39-Jährige ist Russlanddeutsche und wohnt seit 20 Jahren in Bersenbrück. Ehemann Dmytro lernte sie in den Neunzigerjahren kennen. „Mein Mann hatte in der Ukraine eine Spedition und fuhr auch Touren nach Deutschland“, erzählt sie. Seit zwei Jahren lebt Dmytro Guy nun in Bersenbrück, besucht einen Deutsch-Sprachkurs. Töchterchen Lena (2) wächst sogar dreisprachig auf: Deutsch, Russisch und Ukrainisch.

Als in der ukrainischen Hauptstadt Kiew im vergangenen November die Demonstrationen gegen den damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch begannen, verfolgte das Ehepaar Guy diese über den ukrainischen TV-Sender „Fünfter Kanal“. „Wir waren auch für eine neue Regierung, die sich nicht von der EU abwendet. Schließlich wurde die Ukraine 1887 als geografisches Zentrum Europas bezeichnet“, betont Dmytro Guy.

Doch dann eskalierte der Konflikt. Ende Februar wurde Janukowitsch als Präsident abgesetzt. Nun schaltet sich Russland ein. Die russische Regierung schickt Soldaten auf die ukrainische Halbinsel Krim. Putins Begründung: Russland müsse die russischsprachige Bevölkerung vor der neuen westlich-orientierten Regierung schützen,

Dmytro und Alla Guy sind nicht nur über die Konflikte in der Ukraine besorgt, sondern auch über Berichte der russischen Medien. Alla Guy war, nach eigener Aussage, schockiert, als sie das erste Mal Nachrichten auf einem russischen TV-Sender sah. „Die Berichte sind komplett gegen die Ukraine gerichtet. Putins Politik, der Einsatz von Soldaten auf der Krim, Gewalt gegen Demonstranten – alles wird als richtig dargestellt“, ist die Bersenbrückerin empört.

Dmytro Guy ist ebenfalls über diese Darstellung entsetzt. Er habe in seinem Heimatland die Erfahrung gemacht, dass die ukrainische und russischsprachige Bevölkerung friedlich zusammenlebe. „Auch viele russischsprachige Bürger in der Ukraine sind gegen Putins Politik“, schildert er seine Eindrücke.

Das Ehepaar Guy befürchte nun, dass auch russischsprachige Mitbürger in unserer Region durch die russischen Medien ein falsches Bild haben könnten. „Wir möchten die Menschen gerne über die Situation in der Ukraine durch Gespräche oder Infostände aufklären. Und auch Spenden für die Versorgung von Demonstrationsopfern sammeln“, sagen sie engagiert. „Bloß wissen wir nicht, wie wir unser Vorhaben umsetzen können“, erklärt Alla Guy. Daher freuen sie sich über Ratschläge oder Unterstützung.

Kontakt: Dmytro und Alla Guy, Telefon 0162/323 3113. E-Mail ptkp-fora@mail.ru.


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