Vertrag unterschrieben Bürgerwindpark in Gehrde

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Den städtebaulichen Vertrag für vier neue Windanlagen in Gehrde unterschreiben Günther Voskamp, Martin Andrees und Horst Baier (von links). Foto: SamtgemeindeDen städtebaulichen Vertrag für vier neue Windanlagen in Gehrde unterschreiben Günther Voskamp, Martin Andrees und Horst Baier (von links). Foto: Samtgemeinde

Gehrde. Der Gehrder Gemeinderat hatte vergangene Woche beschlossen, mit einem städtebaulichen Vertrag die Erweiterung des Windparks Drehle um vier Windräder zu regeln. Diesen Vertrag unterzeichneten jetzt die Gemeinde, die Samtgemeinde Bersenbrück und die Landvolk-Dienste Osnabrück GmbH als Investor.

In dem Vertrag konnten die Interessen der Gemeinde Gehrde und der Samtgemeinde umfassend geregelt werden, teilt dazu die Samtgemeinde Bersenbrück mit. Der Betreiber habe sich verpflichtet, die Planungskosten zu übernehmen, die Straßen nach dem Bau wieder in den vorherigen Zustand zu versetzen, nicht mehr als vier Windräder zu bauen und eine Bürgerbeteiligung an den Investitionen zuzulassen.

Für Gehrdes Bürgermeister Günther Voskamp war auch die Verpflichtung von Bedeutung, dass die Betreibergesellschaft ihren Sitz in Gehrde haben wird und damit die Gewerbesteuer der Gemeinde vollständig zufließt.

In Gehrde sollen vier Windenergieanlagen vom Typ Enercon E115-3.0 mit einer Nabenhöhe von 149 m und einer Nennleistung von drei Megawatt errichtet werden. Pro Jahr soll jede Anlage 8,2 Millionen Kilowattstunden Strom liefern. Damit können über 9000 Haushalte versorgt werden.

Das Verfahren zur Aufstellung des Flächennutzungsplans auf Samtgemeindeebene solle jetzt zügig abgeschlossen werden. „Von Mitte März bis Mitte April erfolgt die vorzeitige Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung, in der Bürger und Anlieger informiert werden und ihre Bedenken und Hinweise einbringen können“, kündigt Samtgemeindebürgermeister Horst Baier.

Die Samtgemeinde sei gezwungen, den Flächennutzungsplan wegen der Änderungen im regionalen Raumordnungsprogramm durch den Landkreis anzupassen. Von Juni bis August erfolgten die zweite Trägerbeteiligung und die vierwöchige Auslegung der Planänderungen. Der Abwägungs- und Feststellungsbeschluss ist für den September geplant.

„Die Möglichkeiten zur Beeinflussung vor Ort sind leider sehr gering“, stimmen Voskamp und Baier überein und können den Unmut vieler Bürger über die Belastungen daher gut nachvollziehen . Baier hätte sich mehr Unterstützung durch den Landkreis bei den schwierigen Diskussionen vor Ort gewünscht. „Wir wurden hier ziemlich alleingelassen und müssen die Umsetzung von ehrgeizigen Zielen des Kreistages begleiten, die in dem Umfang nicht unsere Ziele sind“, erklärt er.

Laut Martin Andrees, Geschäftsführer der Landvolk-Dienste Osnabrück GmbH, könnten die Anlagen noch in diesem Jahr errichtet werden, wenn alle planungsrechtlichen Voraussetzungen abschließend geklärt seien. Er sagte zu, ein Konzept zur Beteiligung von Bürgern an dem Windpark zu entwickeln, um die Wertschöpfung möglichst in der Region zu halten.

Voskamp und Baier begrüßen dies ausdrücklich und schlagen vor, die Errichtung einer Genossenschaft zur Bündelung der Bürgerbeteiligung und zur Ermöglichung auch kleinerer Finanzbeteiligungen zu prüfen.


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