Geld aus Wohnhaus gestohlen Beklemmende Gefühle bei Einbruchsopfern in Rieste

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Rieste. „Ein Einfamilienhaus in der Straße Bieste-Stickteich war am Donnerstagvormittag das Ziel von Einbrechern. Zwischen 8 und 15 Uhr drangen die Unbekannten ins Gebäude ein, indem sie gewaltsam ein auf der Rückseite befindliches Fenster öffneten.“ So heißt es nüchtern-sachlich in einer Pressemitteilung der Polizei, die gestern in unserer Redaktion einging. BN-Mitarbeiterin Ilona Uphaus ist mit den Opfern des Einbruchs bekannt – und war zufällig unmittelbar nach Entdecken der Tat dort zu Besuch.

Ein zerrissener Briefumschlag auf dem Boden vor der Küchentür macht den gegen 15 Uhr von der Arbeit heimkehrenden Hausherrn stutzig. Beim Betreten des Wohnzimmers wird dem Riester klar: Hier waren Einbrecher am Werk. „Ein Normalfall“ für Herbert Trimpe vom Erkennungsdienst, der an diesem Tag bereits seit frühmorgens Spuren sichert. Einbrüche haben Hochkonjunktur. Fußabdrücke im Schnee werden gesichert, mittels Spezialpulver und Pinsel auch auf der Fensterbank. Fingerabdrücke sucht der Spezialist vor allem an den Behältnissen, die Geld enthielten. Auf Bargeld und Schmuck haben es die meisten Einbrecher abgesehen. Doch der Hausherr vermisst auch seinen nagelneuen Laptop. Das etwas ältere Exemplar seiner Ehefrau haben die Täter liegen gelassen, ebenso die neue Nikon-Kamera. Zwei Gitarren haben sie mitgenommen. Aber der Flachbildfernseher und die Stereoanlage sind noch da. „Das lässt sich schwer verkaufen“, weiß Trimpe.

Die Hausherrin steigt aufgeregt aus dem Auto. Sie kann ihre Tränen nicht zurückhalten, als sie das Chaos im ganzen Haus besichtigt. Zerbrochene Blumentöpfe im Wohnzimmer vor dem „Einstiegsfenster“. Die Schlafzimmerschränke durchwühlt, die Wäsche liegt auf dem Boden verstreut. „Das sind typische Verstecke von Frauen“, meint Trimpe. Doch hier wurden die Einbrecher nicht fündig. Die „Nichtraucherkasse“ in der Teedose auf dem Flur ist geplündert, das Schmuckkästchen entleert. Selbst den Kosmetikkoffer haben die Unbekannten umgestülpt. Nahezu jede Tür, jedes Fach, jede Klappe, alles klafft offen.

Hilfe durch die Polizei

Herbert Trimpe gibt Hilfestellung, was jetzt zu tun ist. Das Ehepaar solle eine Auflistung der gestohlenen und beschädigten Gegenstände machen. Die Meldung an die Versicherung muss erfolgen. Die Fallnummer erfahren die beiden spätestens am nächsten Morgen beim Polizeikommissariat Bersenbrück. Fotos haben die Polizisten gemacht, die den Fall aufgenommen haben. Trimpe erklärt, dass die Geschädigten als „Tatortberechtigte“ Fingerabdrücke abgeben müssen, um die Spuren zu unterscheiden. Er zeigt die abgebrochenen Teile des Schließmechanismus vom Fenster. Dreimal haben die Täter mit einem dicken Schraubendreher angesetzt, das Aufhebeln sei kein Problem gewesen, meint Trimpe.

Anhand der Spuren im Schnee lässt sich der Tathergang erklären. Die Einbrecher fuhren in einen Seitenweg hinter dem Grundstück, durchquerten ein Waldstück, stiegen über den Zaun und konnten sich auf der Rückseite des Einfamilienhauses unbemerkt zu schaffen machen.

Jetzt muss ein Urlaubstag geopfert werden, um das Durcheinander zu beseitigen. Viel schlimmer wirken die Gefühle. „Da fühlt man sich im eigenen Haus nicht mehr wohl“, sagt die Hausherrin, immer noch geschockt. Sie entdeckt den zerrissenen Umschlag und staunt. Sogar das Geburtstagsgeld für das Patenkind haben die Täter entdeckt. Herbert Trimpe steckt den Umschlag mit behandschuhten Fingern in eine Tüte. Für die chemische Untersuchung. Die Polizei hat die Aufnahme der Spuren abgeschlossen. Was bleibt, ist das beklemmende Gefühl der Hausbewohner.


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