Dobelmann-Crew übernimmt Ankum: Neustart für See- und Sporthotel


Ankum. Die Gerüchteküche wusste es schon lange: Georg Dobelmann hat das See- und Sporthotel in Ankum gekauft. Jetzt hat seine Crew die Leitung übernommen. Der Geschäftsmann hat Pläne für das Haus. Ob umgebaut wird oder ein Neubau her muss, ist aber noch nicht entschieden.

Traditionell schließt das Hotel nach der PSI-Pferdeauktion Mitte Dezember und öffnet wieder im neuen Jahr.

Die Pause nutzen Wolfgang Heistermann und Kerstin Rumker, um sich einzuarbeiten, das Haus auf Vordermann zu bringen. Er ist ein erfahrener Hotelier, der mit Gastgeber-Genen das florierende Messewesen im Dobelmann-Handelszentrum für Sonderposten in Ankum aufbauen half. Dort sammelte sie ebenfalls schon reichlich Berufserfahrung. Seitdem sich herumspricht, wer hier das Sagen hat, steigen die Buchungszahlen, sagen die beiden. Sogar Vereine und Kegelclubs fragen wieder an.

Das kommt Dobelmanns Plänen entgegen. Über die Jahre hat sich das Hotel vom Dorf abgekoppelt, verbaut, verwinkelt, angestaubt, Treffpunkt von Reichen, die sich auf einer der edelsten Pferdeauktionen der Welt gegenseitig überbieten. Spannendes Schauspiel, aber kein Ort, an dem man sich zu Hause fühlt.

Dobelmann gilt als solide rechnender Kaufmann und verlässlicher Geschäftspartner. Aber dann gibt es noch eine Seite an ihm, für die ihn die Ankumer lieben: seine kleinen Verrücktheiten. Sich kopfüber auf eine Idee einlassen, sie mit Zähigkeit und Ausdauer verfolgen und zum Erfolg bringen.

Der Kauf des Hotels, das sei eine typische spontane Entscheidung gewesen, sagt er. Nun zeichnen sich strategische Vorteile ab. Einer seiner Großkunden plant hier eine Tagung, verbunden mit Einkäufen im Messezentrum. Hotel und Zentrum befeuern sich gegenseitig, zum Vorteil Ankums.

Die PSI ist mit im Boot, hat einen Pachtvertrag für ihren Stützpunkt im Haus bis 2027. Pferdeauktionen und Sonderpostenmessen bilden ein solides Grundgerüst von Großveranstaltungen für das Hotel.

Darüber hinaus soll vieles anders werden, Saalbetrieb und Kegelbahn sollen her, Tennishallen und -plätze müssen teils abgerissen, sollen auf alle Fälle gründlich erneuert werden. Und die Terrasse am See will Dobelmann so attraktiv machen, dass sie zu einem Treffpunkt der Ankumer wird.

Umbau? Oder gleich Abriss und Neubau? Darüber spekuliert lustvoll ganz Ankum. Noch nicht entschieden, sagt der drahtige Jeanstyp. Doch „zu 70 Prozent läuft es auf einen Umbau hinaus.“


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