Piccologottesdienst Ankumer Initiative erhält Bonifatiuspreis

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Der Piccolo-Gottesdienst im DRK-Altenheim Ankum wird mit dem Bonifatiuspreis ausgezeichnet. Foto: HaarannenDer Piccolo-Gottesdienst im DRK-Altenheim Ankum wird mit dem Bonifatiuspreis ausgezeichnet. Foto: Haarannen

Ankum. Der ökumenische Piccologottesdienst für Demente im DRK-Altenheim Ankum hat eine Auszeichnung bekommen. Am Sonntag ehrt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken diesen Gottesdienst in Stuttgart mit dem Bonifatiuspreis. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Der Piccologottesdienst ist die Schöpfung einer Initiativgruppe im Alten- und Pflegeheim Henry Dunant um die evangelische Pastorin Angelika von Clausewitz und den katholischen Kaplan Stefan Tietje. In dieser Gruppe macht das Seelsorgeteam des Altenheims mit. Sieben Freiwillige sind angesprochen worden und haben sich ebenfalls eingeklinkt. Regelmäßig veranstaltet diese Gruppe diesen Gottesdienst, der von Demenzkranken aus der Region und ihren Angehörigen besucht wird.

Demenz bedeutet Verlust des Gedächtnisses, des Sprachvermögens und der Bewegungsfähigkeit. Oft geht sie mit Veränderungen der Persönlichkeit einher. Menschen mit Demenz kommen mit dem Alltag nicht mehr zurecht, sie ziehen sich zurück auf „Erinnerungsinseln“, leben in der Vergangenheit.

Trotz aller Schwierigkeiten kann man Demente erreichen und mit ihnen in Kontakt treten, sie mobilisieren. Am besten eignen sich dazu Sinneseindrücke, die im Tiefengedächtnis verankert sind.

Auf diese Idee setzt der Piccolo-Gottesdienst. Der Geruch von Kerzenflamme und Weihrauch, der Wortlaut eines Gebetes oder der Klang eines vertrauten Kirchenliedes, Blickkontakt mit dem Geistlichen und persönliche Ansprache: All diese Dinge sind Impulse, die Erinnerungen wachrufen und Demente aus ihrer Isolation holen können.

Die Gottesdienste sind bewusst kurz und einfach gestaltet. Sie enden mit einer Kaffeetafel, die den Angehörigen ermöglicht, miteinander zu sprechen und sich auszutauschen. Im Kern gehe es um ein positives Gruppenerlebnis, beschreibt die Piccolo-Initiativgruppe ihr Projekt. Die Vorbereitungen begannen im Herbst 2010. Im Mai 2011 fand der erste Gottesdienst statt. Seitdem gestaltet ihn ein Teil der Gruppe im Wechsel einmal monatlich.


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