Seelsorger und Lehrer Ankumer Thilo Saft bei den Maristen eingetreten

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<em>In den Maristenorden</em> wird Thilo Saft aufgenommen. Foto: Manfred FickersIn den Maristenorden wird Thilo Saft aufgenommen. Foto: Manfred Fickers

Ankum. Auf die Entscheidung, in den Orden der Gesellschaft Mariens einzutreten, hat sich Thilo Saft intensiv vorbereitet, was im Gespräch mit ihm deutlich wird. Am Donnerstag legte er in einer Messe in der Kapelle des Maristenklosters Meppen die ewige Ordensprofess ab und gehört mit diesem Versprechen fest zur Gemeinschaft der Ordensleute, die sich weltweit für Bildung und das katholische Bekenntnis einsetzen.

Der 37-Jährige stammt aus Ankum, deshalb war für ihn eine Feier im nächstgelegenen Ordenshaus angesagt. Die Eltern reisten dazu aus Ankum an. Als Schüler war Saft in der Jugendarbeit aktiv, mit Begeisterung, wie er erzählt: „Eigentlich das komplette Programm, was man in der Gemeinde so mitmacht.“ Vor dem Abitur wurde er gefragt, ob er Theologie studieren möchte. „Aber ich war noch nicht so weit.“

Der Ankumer ging zum Studium nach Münster, machte sein 1. Staatsexamen als Grundschullehrer und kam nach Rheine. In der Schule stand Wissensvermittlung im Vordergrund, bemerkte er, aber es fehlte etwas, was die Kinder ebenso benötigten wie Lesen, Schreiben und Rechnen: seelsorgliche Hilfe, um ihr Leben zu meistern. Er kündigte und arbeitete als Pförtner in einem Unternehmen im Raum Vechta. Die vielen Menschen, die er dabei kennenlernte, hätten ihm wichtige Erfahrungen vermittelt.

Gemeinschaft ist wichtig

Bei religiösen Bildungsveranstaltungen in Ahmsen lernte er Maristen kennen und begann sich für das Ordensleben zu interessieren denn: „Gemeinschaft ist mir wichtig.“ Einen zweiwöchigen Urlaub nutzte Saft zum Kennenlernen des Ordens, lernte dabei dessen Gemeindeseelsorge, die Tätigkeiten in Haus und Garten sowie die geistliche Arbeit in Gruppen kennen. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich an einem weiteren Seminar teilgenommen habe.“ Schließlich schrieb er an den Ordensprovinzial und bat um Aufnahme in den Orden.

Einfach gestaltet sich der Eintritt in die Gemeinschaft nicht. Für den Bewerber wird ein Programm ausgearbeitet. Zum Kennenlernen war Saft zwei Monate lang in Ahmsen. Dann folgten zwei Jahre Philosophiestudium in Passau. Danach stellte er die Bitte, als Novize aufgenommen zu werden, worauf ein „intensives Vorbereitungsjahr“ folgte. Dies verbrachte er auf den Philippinen. Das Noviziatshaus befindet sich in einer Armensiedlung. Es gehe dort um Seelsorge und praktische Hilfe für die Slumbewohner, aber es gab auch viel von diesen Menschen zu lernen, berichtet er. Nach dem Noviziat absolvierte Saft ein Theologiestudium in London. „Ich habe erfahren, dass ich mich gut an fremde Kulturen anpassen kann.“ Und für die tätigen Orden gelte „Willst du dir die Welt ansehen, musst du in ein Kloster gehen.“

An die ewige Profess schließt sich ein Diakonatskurs an, der auf die Priesterweihe vorbereitet. Was danach kommt, darüber entscheidet der Orden. Es könnte ebenso gut Arbeit in Asien oder der Südsee sein wie Seelsorge in Deutschland. „Wo Kirche mich braucht, da gehe ich hin.“ Möglich ist auch eine Tätigkeit im Schuldienst, denn die Maristen sind als „Schulorden“ bekannt. „Jetzt ist es auch gut so“, sagt er, denn jetzt verfüge er über besseres Rüstzeug. Er habe großen Respekt vor Lehrern, die über Jahre hinweg die hohen Belastungen ihres Berufs tragen.

Die Familie, insbesondere die Eltern, hätten ihn auf seinem Weg unterstützt. „Ihnen ist wichtig, dass ich mit dem was ich tue, glücklich bin.“ Ganz ohne Vorbild in seiner Familie ist Saft nicht, und dies sogar mit Bezug auf Meppen.


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