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Sprung nach vorn für zwei Bersenbrücker Unternehmen 25 Meter hoher Siloturm wird Hastrups neues Wahrzeichen

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Bersenbrück. Hastrup hat ein neues Wahrzeichen: Über 25 Meter hoch ragt ein Siloturm am Einfallstor zu Bersenbrück ins Land und zeugt davon, dass gleich zwei Hastruper Unternehmen einen großen Schritt nach vorn machen. Das Mischfutterwerk Kreiling verdoppelt seine Kapazität. Die Wurst Stahlbau GmbH als Generalunternehmer zeigt mit diesem Projekt, dass sie schlüsselfertige Industrie- und Gewerbebauten abliefern kann.

Kreiling und Wurst sind in völlig unterschiedlichen Branchen tätig. Gemeinsam ist ihnen, dass beide Unternehmen aus kleinen Anfängen entstanden und sich mittlerweile in der zweiten Generation in Wirtschaftszweigen bewähren, die unter hohem Konkurrenzdruck stehen. Sie wachsen, indem sie sich rechtzeitig spezialisieren.

Die Stahlbauer lassen die Welt staunen mit ihren kühnen Konstruktionen im Weser-Stadion in Bremen und ihrem Beitrag zu einer völlig neuartigen Antarktis-Forschungsstation. Klaus Kreilings Geschäft wirkt weniger spektakulär, verlangt aber genauso viel Sachkenntnis und Unternehmergespür. Sein Vater mischte vor gut 50 Jahren Milchersatz für Kälber auf dem eigenen Bauernhof. Daraus wurde ein Mischfutterwerk, das heute Spezialfutter für Ferkel herstellt. Als Lizenznehmer der Marke „Marstall“ verhalf es neuen Futtermischungen zum Durchbruch, die auf die Bedürfnisse von Freizeitpferden abgestimmt sind. Außerdem kann Kreiling auch kleine Mengen wirtschaftlich herstellen. Viele Unternehmen vergeben Aufträge nach Hastrup, die in den eigenen Mischfutterwerken unrentabel wären.

Diese Vielseitigkeit und Flexibilität soll das neue Mischfutterwerk noch steigern, erläutert Klaus Kreiling bei einem Rundgang über die Baustelle. An die tausend Tonnen Getreide, Futterzusätze, Fischmehl und sogar Blutplasma (für das Ferkelfutter) kann der Turm in 38 Silos und vier Tanks speichern. Fördersysteme verbinden die Einheiten mit der Mischanlage.

Diese Anlage steigert die Kapazität des Mischfutterwerks von 30000 Tonnen auf 60000. Sie ist weitgehend automatisiert, zwei Mann können sie fahren. Das Unternehmen hat bereits drei neue Mitarbeiter eingestellt, um sie für den anspruchsvollen Job einzuarbeiten. Damit steigt die Zahl der Beschäftigten auf 37.

Die Baustraße wird zur neuen Zuwegung zum Werksgelände ausgebaut. Lkw müssen künftig nicht mehr über den Kreilingshof kurven und haben mehr Platz zum Rangieren.

Matthias Igel ist völlig fasziniert von diesem Projekt. Er schwärmt fast schon von den aufregenden Wochen, als Kranwagen die tonnenschweren Silos in den Turm einhängten. Auch die Kräne kommen übrigens aus Bersenbrück – Slupinski GmbH.

Igel ist Architekt und bei Wurst Stahlbau verantwortlich für den schlüsselfertigen Bau. Ihre Bewährungsprobe hat die Sparte „SF-Bau“ bereits hinter sich. Wenn sie auch noch recht neu ist, ihre Entwicklung war absehbar: Firmenchef Christian Wurst hatte schon in den Neunzigerjahren verschiedentlich drauf hingewiesen, dass in seiner Branche die Ingenieurdienstleistungen über das ursprüngliche Produkt hinaus immer wichtiger werden.

Drei Monate Planung und ein Jahr Bauzeit: Die Kreilings fanden das Konzept vom schlüsselfertigen Bau aus einer Hand so überzeugend, dass sie dem Unternehmen Wurst auch den Bau ihres neuen Verwaltungsgebäudes anvertrauten, das auf einem Entwurf des Architektenbüros Mutert basiert. Die Verwaltung ist nämlich ein bedeutender Part ihres Projekts, weil in der Futtermittelbranche der Verwaltungsaufwand überdurchschnittlich hoch ist. Als Teil der Lebensmittel erzeugenden Kette muss sie akribisch Buch darüber führen, woher ihre Rohstoffe kommen und wohin ihre Produkte geliefert werden.

In dieser Woche beginnt „Phase 2“, der Bau des Verwaltungsgebäudes. Vor Ende des Jahres soll alles fertig sein.


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