Streichung von Feuerwehrkleidung vom Tisch Haushaltsplan der Samtgemeinde Bersenbrück im Plus

Zu dick und zu warm: die Feuerwehren in der Samtgemeinde Bersenbrück wünschen sich leichte Schutzkleidung für Einsätze in sommerlicher Hitze.Zu dick und zu warm: die Feuerwehren in der Samtgemeinde Bersenbrück wünschen sich leichte Schutzkleidung für Einsätze in sommerlicher Hitze.
Stefan Uphoff

Ankum/Bersenbrück. Die Streichung von 100.000 Euro für Feuerwehrausrüstung ist vom Tisch. Die Samtgemeinde Bersenbrück kann auch ohne diese Kürzung ihren Haushalt für das Jahr 2020 ausgleichen.

Anfang März beschloss der Samtgemeinderat für 2020 einen Haushalt mit 37 Millionen Euro Volumen, allerdings bei einem Defizit von 600.000 Euro. Bei einem solchen Minus fordert Landkreis Osnabrück ein Haushaltssicherungskonzept von der Kommune, bevor er den Haushalt genehmigt. 

Zum Sicherungskonzept aus der Verwaltung gehörte auch die Streichung von 100.000 Euro, die für die Anschaffung leichter Schutzkleidung für die Feuerwehr gedacht war. In den Dürresommern 2018 und 2019 hatte sich gezeigt, dass die Standardschutzkleidung ungeeignet ist für Einsätze in sommerlicher Hitze.  

Gegen die Rotstiftpläne protestierte Zeljko Dragic (SPD), Vorsitzender des Feuerwehrausschussses. Und nicht nur er, wie sich jetzt im Samtgemeinderat herausstellte. Dort erklärte Samtgemeindebürgermeister Michael Wernke, sämtliche Ratsfraktionen hätten sich gegen die Kürzung ausgesprochen. Deshalb sei sie zurückgenommen worden, zumal sich herausstellte, dass der Haushalt auch ohne diese Streichung auszugleichen ist: Jürgen Heyer aus der Finanzverwaltung verschob den Bau eines Kleinspielfeldes in Ankum ins kommende Jahr und die Anschaffung von Dienstfahrrädern für Rathausmitarbeiter. Am Ende seiner Liste ergaben sich Einsparungen von mehr als 800.000 Euro, womit der Haushaltsplan jetzt also im Plus wäre.

Es seien die rasant steigenden Kosten für Kindertagesstätten, die den Haushalt dauerhaft in die roten Zahlen bringen. In diesem Punkt waren sich Detert Brummer-Bange (UWG Ankum) und Markus Frerker (CDU) einig. Der Landkreis Osnabrück müsse helfen, Kinderbetreuung sei eigentlich seine Aufgabe, nicht die der Gemeinden.

Feuerwehrbedarfsplan verabschiedet

Dagegen wandte sich Johannes Koop (CDU), unter anderem Kreistagsmitglied. Der Landkreis müsste 40 Millionen Euro aufbringen, um die steigenden Kosten aller Kommunen auszugleichen. Das sei aber nur zu schaffen, indem der Kreis mehr Umlage von den Kommunen kassiere.

Ob die Feuerwehr noch diesen Sommer über tropentaugliche Schutzkleidung verfügen kann, ist unwahrscheinlich: Schon die Auswahl erweise sich als äußerst kompliziert und zeitraubend, berichtete Wernke. Besorgt werden müsse die Ausrüstung dann über eine Ausschreibung, die noch einmal Zeit kosten dürfte.

Einstimmig verabschiedete der Rat einen Feuerwehrbedarfsplan, der die Samtgemeinde viel Geld kosten wird. Einsatzfahrzeuge sollen wesentlich früher gegen neue ausgetauscht werden, die Feuerwehrhäuser werden ausgebaut, die Ausrüstung modernisiert.

Zahlreiche Feuerwehrleute verfolgten die Abstimmung. Sie seien erleichtert darüber, dass nun endlich ein Plan in Kraft sei, in den auch die Feuerwehrführung viel Zeit und Kraft investiert habe, sagt Gemeindebrandmeister Stefan Bußmann. 

Weniger glücklich seien die Feuerwehrleute über die turbulente Schlussphase der Planungen. Eigentlich sollte der Feuerwehrbedarfsplan schon vor Monaten verabschiedet werden, war aber überraschenderweise zurückgestellt worden - für Nachbesserungen, wie es offiziell hieß. Die müssen für alle Beteiligten wenig angenehm gewesen sein: In dieser Zeit sei „sehr viel kaputtgegangen“, erklärt Bußmann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN