Keine Rathaus-Außenstelle? Hase-Wohnbau-Projekt an der Lindenstraße in Bersenbrück auf Eis gelegt

Dort, wo früher das Hotel Hengeholt-Heuer stand, wollte die Hase-Wohnbau eigentlich ein Büro- und Wohngebäude errichten, in das ein Teil der Samtgemeindeverwaltung einzieht. Doch derzeit liegen die Planungen auf Eis.Dort, wo früher das Hotel Hengeholt-Heuer stand, wollte die Hase-Wohnbau eigentlich ein Büro- und Wohngebäude errichten, in das ein Teil der Samtgemeindeverwaltung einzieht. Doch derzeit liegen die Planungen auf Eis.
Mirko Nordmann

Bersenbrück. Im Herbst 2018 begannen die Abrissarbeiten für das Hotel Hengeholt-Heuer an der Lindenstraße 18 in Bersenbrück. Die Bagger sind längst abgerückt, doch auf der abgeräumten von Bauzäunen begrenzte Brachfläche tut sich seit Monaten nichts. Dabei sollte dort dort eigentlich eine Außenstelle des Bersenbrücker Samtgemeindeverwaltung entstehen.

Im November 2017 hatte der ehemalige Samtgemeindebürgermeister und damalige Geschäftsführer der Hase-Wohnbau, Horst Baier, dem Bauausschuss der Samtgemeinde, Pläne für ein Verwaltungs- und Wohngebäude vorgestellt. Die Baugesellschaft der Samtgemeinde sollte auf dem Areal des Hotels einen Neubau mit Büroräumen und 13 Wohneinheiten. (Weiterlesen: Drittes Rathaus in Bersenbrück?)

Mieter der Büros sollten Baiers Ideen nach die Samtgemeindeverwaltung sein. Denn damals wie heute bestand akuter Raumbedarf im denkmalgeschützten Rathaus, das zudem energetisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Insbesondere die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, die ihre Büros im zweiten Obergeschoss des Altbaus haben, sind stark verbesserungswürdig. Aufgrund fehlender Dämmung ist im Sommer die Hitze kaum zu ertragen, im Winter ist gegen die Kälte kaum anzuheißen.

Samtgemeinde Fürstenau
Das Rathaus der Samtgemeinde Bersenbrück.

Weil aufgrund strenger Auflagen der Denkmalschutzbehörde Veränderungen an der Außenhaut des Gebäudes nicht zulässig seien, sei die Schaffung von nutzbaren Büroräumen im zweiten Obergeschoss sehr kostenaufwendig, hieß es in einer Beschlussvorlage für den Bauausschuss und Samtgemeinderat aus dem November 2017. Rund eine Millionen Euro würde der Umbau ersten Schätzungen nach kosten.

Daher sollte im Erdgeschoss des neuen Gebäudes an der Lindenstraße ein Familienzentrum eingerichtet werden, und die zuständigen Mitarbeiter aus dem ehemaligen Fachbereich I hätten die Büros in Erd- und Obergeschoss beziehen können. Die Planungen waren soweit voran geschritten, dass der Samtgemeinderat in seiner Dezembersitzung 2017 mit den Stimmen des "bunten Bündnisses" beschloss, dass die Samtgemeinde die Büroräume für 20 Jahre von der Hase-Wohnbau anmietet. Eine Nutzung sei - laut Beschlussvorlage - voraussichtlich ab Januar 2020 möglich. (Weiterlesen: Hotel Hengeholt-Heuer in Bersenbrück verschwindet Stück für Stück)

Doch auch im Mai 2020 hat sich auf dem Gelände des Traditionshauses nichts getan. Das nahm Elisabeth Middelschulte (Bündnis90/Die Grünen) zum Anlass, nachzufragen, seit wann denn die Planungen für das Projekt abgeschlossen seien und wann mit dem Bau begonnen werde.

Wie Samtgemeindebürger Michael Wernke erklärte, verzögere sich der Baustart. Er habe Horst Baier gebeten, den Bau zurückzustellen, weil sich Wernke zunächst einen Überblick über die aktuelle Raumsituation im Rathaus machen wolle. Mittlerweile habe er erkannt, dass "an allen Ecken und Kanten" Bedarf an Büroräumen bestehe. Die Raumsituation unter dem Dach im zweiten Obergeschoss des Altbaus beschrieb Wernke als "miserabel".  

Vom Konzept einer Außenstelle in einem mehr als 200 Meter entfernten Gebäude ist der neue Samtgemeindebürgermeister aber nicht sehr angetan. Der Standort sei "zu weit weg, um Teil des Rathauses zu werden", so Wernke. Es sei besser, in der Nähe nach Lösungen für das Raumproblem zu suchen.

Mirko Nordmann
Mehr als 200 Meter sind es vom Grundstück Lindenstraße 18 bis zum Rathaus der Samtgemeinde.

Man müsse überlegen, wie ein Bürgerservice aussehe, "der uns wirklich weiterhilft". Die Bürger, die ins Familienzentrum kommen, müssten auch in unmittelbarere Nähe den zuständigen Mitarbeiter für ihr Anliegen finden. Hinzu komme der Aspekt der Sicherheit, wo Wernke. Die Gefahr der Kriminalität müsse man ins Auge fassen. Er habe eine Fürsorgepflicht für die Sicherheit der Mitarbeiter.

Anhand eines Raumbedarfsplans soll nun ermittelt werden, wie viel Räume von welchen Fachbereichen benötigt werden. Für das geplante Objekt an der Lindenstraße 18 müsse man über alternative Nutzungsmöglichkeiten nachdenken.  

  

     

   

   


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