Nicht auf klassische Frauenthemen reduzieren Dragic sieht Bedarf an Politikerinnen in der Samtgemeinde Bersenbrück

Samtgemeindebürgermeisterkandidat Zeljko Dragic Foto: DragicSamtgemeindebürgermeisterkandidat Zeljko Dragic Foto: Dragic

Bersenbrück. Mehr Frauen müssen nach Ansicht von Zeljko Dragic in die Kommunalpolitik der Samtgemeinde. Das sei nach wie vor eines seiner zentralen Themen, unterstreicht der Samtgemeindebürgermeisterkandidat in einer Pressemitteilung.

Aber nicht, weil Senioren, Teilzeitarbeit und Arbeiten im Homeoffice klassische Frauenthemen seien. Politikerinnen darauf zu reduzieren, so Dragic, zeuge von einem rückwärtsgewandten Geschlechterbild. Bestimmte Denkweisen müssten hinterfragt werden.

Das gelte ebenso für die Arbeitslosenquote in der Samtgemeinde. Sie liege mit 2,9 Prozent im Dezember 2019 nahe der Vollbeschäftigung. Wie aber sehe es mit dem Anteil der gering qualifizierten Arbeitsplätze und Jobs im Niedriglohnsektor an diesem Erfolg aus?, fragt der Kandidat und merkt an: „Wir kümmern uns um den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten, spezialisierten Arbeitskräften der Firmen in der Samtgemeinde, unterstützen Kooperationen mit Universitäten.“ Es dürfe aber nicht sein, dass der wirtschaftliche Erfolg auf der Beschäftigung von schlecht bezahlten Arbeitnehmern oder prekär beschäftigten Leiharbeitern beruhe, so Dragic weiter. In der Stadt Bersenbrück verfügten beispielsweise rund 32 Prozent der Haushalte nur über ein Einkommen von weniger als 1500 Euro im Monat.

Länderübergreifende Kooperationen

Auch beim Thema Angebote für Jugendliche wolle er nachhaken. Es reiche in einer globalisierten Gesellschaft nicht, ausschließlich auf das traditionelle Vereinswesen und die von der Kommune vorzuhaltenden Einrichtungen der Jugendpflege zu setzen. Das sei zwar die Basis, die jede Unterstützung verdiene. Das Thema aber mit einem ,da sind wir sehr gut aufgestellt’ ad acta zu legen, sei nicht genug, positioniert sich der unabhängige Kandidat.

In Langenhagen habe er mit seinem Verein „Hilfe für das junge Leben“ stets den Kontakt zur Wirtschaft der Kommune gesucht. Daraus seien zukunftsweisende, länderübergreifende Kooperationen entstanden. Firmenlenker aus Deutschland hätten sich ein Bild von der Ausbildung von Fachkräften im Ausland gemacht. Jugendliche aus vielen Ländern lernten die Lebens- und Beschäftigungsmöglichkeiten in den Partnerkommunen kennen. Ein Anfang sei hier mit der Initiative „Brücken bauen“ für ein starkes, geeintes Europa in der Samtgemeinde gemacht. „Brücken bauen“ achte dabei ebenfalls auf die Inklusion gehandicapter Jugendlicher, heißt es weiter.

Gesellschaften müssen wirtschaftlich arbeiten

Der Reggae-Jam in Bersenbrück sei mittlerweile zu einem beliebten Baustein der bundesweiten Festivalszene geworden – und vereine Jung und Alt beim Musikgenuss. Allerdings klaffe zwischen dem Angebot von traditionellen Lesungen in den Dorftreffs und Großereignissen wie dem Reggae-Jam eine Lücke. Vielleicht liege es daran, mutmaßt Dragic, dass die Zuständigkeit für die Kulturförderung bei den Mitgliedsgemeinden verortet sei. Ein Kulturbüro bei der Samtgemeinde könne helfen, mit einer Fachkraft Fördermittel einzuwerben, die Kulturschaffenden zu unterstützen und neue Impulse für Veranstaltungen zu geben.

Die Beteiligungen der Samtgemeinde Bersenbrück wie der Alfsee, der Niedersachsenpark, die Hase-Energie und die Hase-Wohnbau leisteten wichtige Arbeit für die Entwicklung der Gemeinden, so Dragic. Die Gesellschaften müssten aber wirtschaftlich arbeiten. Die Hase-Bau spiele dabei eine Sonderrolle. Sie sei als politisches Instrument nötig, um im Sinne des erfolgreichen Wiener Modells der Gemeindewohnungen den Bau von Wohnraum für Einkommensschwächere und Förderungsbedürftige möglich zu machen. Gerne in Zusammenarbeit mit finanzstarken privaten Investoren. Wichtig sei jedoch, die personelle Kontrolle über die kommunalen Unternehmen künftig so zu entflechten, dass kein Übergewicht eines politischen Lagers entstehe. 

Für ihn sei es notwendig, dass ein Samtgemeindebürgermeister vier grundlegende Fähigkeiten vorweisen könne: empathische Sozialkompetenz, fachliche Qualifikation, methodische Kenntnisse und Führungsqualitäten. 


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