"1000 Jahre Krieg und Frieden" Ausstellung "Burgen, Schlösser, Rittersitze im Bersenbrücker Land" eröffnet

Von Miriam Heidemann

Im Blauen Saal des Musuems im Kloster in Bersenbrück eröffnete der Kreisheimatbund eine Ausstellung über Burgen, Schlösser und Adelssitze. Foto: Miriam HeidemannIm Blauen Saal des Musuems im Kloster in Bersenbrück eröffnete der Kreisheimatbund eine Ausstellung über Burgen, Schlösser und Adelssitze. Foto: Miriam Heidemann

Bersenbrück. 81 Besucher kamen zu Eröffnung einer Ausstellung des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB) am Sonntag, deutlich mehr als erwartet. Nicht alle fanden einen Sitzplatz. Gedanklich ließen sie sich aber alle entführen in ein spannendes Kapitel der Geschichte ihrer Heimat: nämlich die ihrer herrschaftlichen Sitze.

Unter dem Titel „Zeugen der Zeit – Burgen, Schlösser, Rittersitze im Bersenbrücker Land“ kuratierte der KHBB seine erste Sonderausstellung im 2018 wiedereröffneten Museum. Der KHBB, der das Museum ehrenamtlich betreut, sieht sich im Wort, einmal im Jahr eine Sonderausstellung zu organisieren, erklärte sein Vorsitzender Franz Buitmann. Geschäftsführer Manfred Kalmlage und vielen weiteren Beteiligten dankte er für die intensive Vorbereitung der Schau. 

Die Ausstellung stellt insgesamt 41 Befestigungsanlagen, Burgen, Schlösser und Rittersitze aus der Region vor. Diese unterlagen durch wechselnde Besitzverhältnisse und historische Geschehnisse einem stetigen Wandel in ihrer Bedeutung. Als solche stellen sie historische Zeitzeugen dar. Schwerpunkte der Schau bilden dabei die Entwicklungen von Adelssitzen wie Lonne, Schlichthorst, Eggermühlen, Loxten, Barenau, Sögeln und der bischöflichen Festungen Fürstenau, Quakenbrück, Vörden und Ankum.

Gleichzeitig offenbart sich: Der Beginn des Burgenbaus im Osnabrücker Nordland ist eng verknüpft mit einem Machtkampf zwischen dem Bistum Osnabrück und den Adelshäusern Tecklenburg und von Ravensberg. Das Machtgefüge unterlag stetigem Wechsel und ordnete sich durch das Aussterben der männlichen Linie der Familie von Ravensberg im 13. Jahrhundert neu.

Die Ausstellung zeigt auch Waffen, die aus einheimischen Sammlungen stammen und teils noch nie in einem Museum zu sehen waren. Foto: Miriam Heidemann

Der stellvertretender Landrat Werner Lager sprach großes Lob und ein herzliches Dankeschön an die ehrenamtlichen Helfer aus, ohne die diese Ausstellung nicht möglich gewesen wäre.

Mit historischen Übersichtskarten, erklärenden Schautafeln, Modellen, Grafiken und einigen Exponaten vermittelt die Ausstellung einen Einblick in die Geschichte der Bersenbrücker Region. Die Geschichte und die Entwicklungen der Rittersitze sei zudem aufs engste verbunden mit der Geschichte des heutigen Kreisgebietes, sagte Reinhard Freiherr von Schorlemer in seinem Eröffnungsvortrag. „Es geht nicht nur um einzelne Adelssitze und Adelsfamilien. Es geht um 1000 Jahre des Zusammenlebens in Krieg und Frieden, in Recht und Unrecht“, so der einstige Bundestagsabgeordnete.

 Das Machtgefüge wirkte über die Zeiten hinweg. Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich die Aufgaben und Pflichten, aber auch die herrschaftliche Stellung der verschiedenen Akteure.

Die gezeigten Exponate, darunter auch Rüstungen sowie Schlag- und Stichwaffen, stammen aus dem Museumsbestand oder sind als Privatleihgaben von einigen der vorgestellten Adelsfamilien erstmalig im Museum ausgestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar im Museum im Kloster zu sehen.


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