Tag der offenen Tür Handwerker präsentieren ihre Betriebe in Rieste

Bei echtem Schietwetter waren viele Besucher dankbar für einen Snack in der Holzwerkstatt Eckelmann.
Foto: Andreas WenkBei echtem Schietwetter waren viele Besucher dankbar für einen Snack in der Holzwerkstatt Eckelmann. Foto: Andreas Wenk

Rieste. Viele Besucher haben am Wochenende den Tag der offenen Tür bei den Handwerksmeistern Eckelmann und Vocke in Rieste genutzt.

Schon gegen Mittag bilanzierte Thomas Vocke, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Da waren bereits rund 200 Besucher gekommen, um sich über energiesparende Heizungsanlagen oder moderne Badgestaltung zu informieren. Neben Vocke selbst hatten Lieferanten Infostände aufgebaut und standen den Interessenten Rede und Antwort. Gut besucht auch die Cafeteria im angrenzen Zelt. Dort hatten Familie und Freunde ein üppiges Kuchenbuffet aufgebaut. 

Nur wenige Schritte weiter hatte Tischlermeister Rainer Eckelmann dazu eingeladen, mehr über sein Handwerk und das Leistungsspektrum seines Betriebes zu erfahren. Kulinarisches Highlight hier: Schupfnudeln und andere kleine Spezialitäten, die Otto Wrocklage an der zu einer Küchenzeile umgebauten Werkbank frisch zubereitete. Die Erlöse am Tag der offenen Tür in beiden Betrieben gehen als Spende an die Fördervereine der Riester Kitas und der Johannesschule.

Reges Interesse an modernen Heizungsanlagen und neuen Lösungen im Sanitärbereich zog zahlreiche Besucher in den Fachbetrieb Vocke.

Neben Speisen, Getränken und Fachvorträgen zum Thema Einbruchschutz bot Eckelmann auch mehrere Führungen an. Erst auf Nachfrage wird deutlich, dass allein sein Maschinenpark mit CNC-Fräse und Vakuumpresse oder Kantenleimer für Investitionen im sechsstelligen Bereich steht. Um die zu bedienen, ist neben handwerklichem Talent auch technisches Verständnis nötig. 

Markus Kettler ist im dritten Lehrjahr bei Eckelmann. Nicht ohne Stolz berichtet er, dass er über die Berufsschule Kollegen aus anderen Unternehmen kennt, die tagein tagaus immer und immer wieder das gleiche machen. Anders bei Eckelmann: „Wer hier aufpasst, kann eine Menge lernen“, sagt Kettler. 

Eckelmann baut ebenso Treppen und Fenster wie Möbel oder Ladeneinrichtungen. Dass die Werkstatt so umfangreich ausgestattet ist, verdankt sie auch einem Faible des Chefs. Der hat die nächste CNC-Maschine längst bestellt, der Hersteller konnte aber bislang noch nicht liefern. Im kommenden Jahr soll sie dann kommen. Dass ein Controller ihm vorrechnen könnte, dass sich die eine oder andere Maschine nicht rechnen mag, stört ihn nicht. Ihm scheint es wichtiger zu sein, unterschiedlichste Kundenwünsche erfüllen und seinen Auszubildenden ein breites Spektrum bieten zu können. 

Das scheint sich herumzusprechen, auch durch Praktikanten aus anderen Betrieben. Nachwuchssorgen hat er zumindest keine. Nicht nur weil er in vierter Generation die Tischlerei leitet und auch die Kinder schon in den Startlöchern stehen.

Sein Kollege Thomas Vocke, mit dem er gemeinsam den Tag der offenen Tür organisiert hat, tut sich da schwerer. Heizung und Sanitär stehen bei vielen Jugendlichen nicht so hoch im Kurs. Doch auch hier wird inzwischen mit modernsten Messgeräten und Anlagen gearbeitet, betont der Chef. Trotzdem kämpft der Berufsstand mit Imageproblemen. Für Vocke nimmt vor allem die Beratung einen immer höheren Stellenwert ein. 

Wie Eckelmann betont auch er, wie wichtig es ist, den Kunden genau zuzuhören, um deren Anliegen zu verstehen und ihnen die individuell besten Lösungen anbieten zu können: „Wenn einer keine Lust auf Holz hat, macht es keinen Sinn, ihm die beste Pelletheizung aufdrängen zu wollen“, sagt Vocke.


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