"Englisches Jagdwetter" Schleppjagd im Regen in Eggermühlen

Von Georg Geers

Erika Kuge (links) und ihre Schwester Irene Stute waren Jagdherrinnen der 43. Meutejagd in Eggermühlen. Foto: Georg GeersErika Kuge (links) und ihre Schwester Irene Stute waren Jagdherrinnen der 43. Meutejagd in Eggermühlen. Foto: Georg Geers

Eggermühlen. "Englisches Jagdwetter"in Eggermühlen: Zwei Dutzend Reiter trotztem am Sonntag dem Dauerregen und nahmen an der Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins teil.

Theo Többe freute sich als Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins  freute sich über viele Besucher trotz widriger Wetterverhältnisse. Sein  Willkommengruß galt der Beagle Meute Münsterland und den Jagdhornbläsern des Hegerings Nortrup-Kettenkamp-Ankum, die die Jagd musikalisch begleiteten. Bei Brigitte Schulte und ihrem Team bedankte sich Többe für die Orgnaisation.

Zum zweiten Mal übernahm Erika Kuge die Rolle der Jagdherrin, in diesem Jahr gemeinsam mit ihrer Schwester Irene Stute. Eine 16 Kilometer lange Strecke und 15 jagdliche Sprünge lagen vor den Teilnehmer, sechs vollbesetzte Planwagen folgten ihnen. Einen  Stopp legten alle zusammen auf dem Hof Pöppelmeyer ein. 

"Unsere Beagles sind liebenswerte Hunde, die sehr anhänglich und menschenbezogen sind," sagt Hermann-Josef Modex Vorsitzender des Vereins Beagle Meute Münsterland. Mit acht Helfern und 15 Hunde war er nach Eggermühlen gekommen. "Andererseits entwickeln sie ein derart quirliges Temperament, dass es manchmal schon eine kleine Kunst ist, sie während der Jagd entsprechend zu koordinieren."  Eine Schleppjagd veranstaltete der Reit- und Fahrverein Eggermühlen erstmals im Jahre 1976. Im gleichen Jahre gründete  Wilhelm König die Verein Beagle Meute Münsterland, die vor einigen Jahren die Foxhoundmeuten ablöste, hinter denen die Erggermühlener früher geritten sind.

 Zurzeit gehören dem Verein 50 Hunde, von denen er  30 bei Schleppjagden einsetzt. Meutehunde gelten als stur und eigenwillig. Das rührt daher, dass sie ursprünglich dafür gezüchtet wurden, in der Gruppe selbstständig dem Wild nachzustellen, anders als etwa Vorstehhunde, die eng mit dem Jäger zusammenarbeiten.

Beagles gelten als regelrechte Anarchisten unter den Meutehunden, charmant und liebenswürdig, aber zugleich auch spontan und triebgesteuert. Modex und seine Mitstreiter hatten ihre anderthalb Koppeln Hunde so gut im Griff, dass die brav das Signal mit der Pfeife abwarteten, bevor sie sich auf ihre Belohnung stürzten. Früher war es üblich, der Meute nach der Jagd die Innereien des Wildes zu überlassen, Currée genannt. Seit den Dreißigerjahren gibt es in Deutschland keine Meutejagden auf Wild mehr. Die Hunde bekommen deshalb Rinderpansen, wenn die Jagd nach altem Brauch am großen Lagerfeuer ausklingt.

Eine schöne Veranstaltung. Auf dem Regen allerdings hätte man verzichten können.


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