Nichts Neues im Außenbereich Bauen in Alfhausen: Bei diesen Baugebieten geht es voran

Die Planungen für das Baugebiet Gosepark in Alfhausen (blau umrandet) kommen voran. Quelle: KreissparkasseDie Planungen für das Baugebiet Gosepark in Alfhausen (blau umrandet) kommen voran. Quelle: Kreissparkasse

Alfhausen. Einer baulichen Verdichtung in der Ortslage stimmte der Alfhausener Gemeinderat zu. Bauen im Außenbereich sieht er kritisch.

In einer Sitzung des Planungsausschusses Ende September stellte Eugen Kessler aus Quakenbrück ein Bauprojekt am Nonnenpfad vor. Auf dem Gelände des Hofs Maaßmann plant demnach sein Unternehmen Kessler Immobilien den Bau von sechs Einfamilienhäusern in eingeschossiger oder anderthalbgeschossiger Bauweise. Weil ein Gewerbebetrieb in der Nähe liegt, soll das kleine Baugebiet als Mischfläche ausgewiesen werden. Erreichbar sein sollen die Häuser entweder über den Nonnenpfad oder die Straße Alte Schmiede.

Der Ausschuss schlug dem Gemeinderat vor, eine Baugebietsplanung zu starten, für die der Investor die Kosten übernimmt. In seiner Oktobersitzung stimmte der Gemeinderat diesem Vorschlag zu.

Zugleich lehnte der Gemeinderat eine Erweiterung der Schleppenburgsiedlung ab, die zwischen Ort und Alfsee liegt. Ebenso sperrte er sich gegen den Bau von drei Häusern an der Bruchstraße in Heeke. Auch dies hatte der Bauausschuss dem Gemeinderat so empfohlen. In der Ausschusssitzung hatte Michael Erdhaus (CDU) darauf hingewiesen, dass der Gemeinderat es sich zur Leitlinie gemacht habe, Bauen im Außenbereich "restriktiv zu behandeln".

Für das Baugebiet Gosepark, das die Alfhauser Eschsiedlung zur Gosestraße hin um etwa 60 Bauplätze erweitern soll, habe der Bauausschuss erste Entwürfe gesichtet, berichtete im Gemeinderat sein Vorsitzender Richard Kock (BLA). Demnach soll das Regenrückhaltebecken an der Eduard-Sudendorf-Straße entstehen. Im nordwestlichen Ecke wird ein Grundstück reserviert, das etwa für den Bau eines Kindergartens genutzt werden könnte. 

Gemeinde in der Zwickmühle

Die Häuser im neuen Baugebiet könnten Fernwärme beziehen aus einem Heizkraftwerk, das in einer Erweiterung des Gewerbegebietes am Waller Esch entstehen soll. Der Waller Esch ist der erste Abschnitt des Landesstraße Richtung Ankum, die ab der Einmündung in den Ort Ankumer Straße genannt wird. Einen Anschlusszwang soll es im Baugebiet aber nicht geben, so Kock. Vielmehr solle für die Häuser der Energiestandand "KfW 40" vorgeschrieben werden, der Fernwärme wirtschaftlich attraktiv machen würde.

Die Erweiterung des Gewerbegebietes an Waller Esch und Ankumer Straße bringt die Gemeinde allerdings in eine erhebliche Zwickmühle. Sie würde die Baugebietsplanung gern mit einer Verrohrung und Verlegung des Wülkenbachs verbinden.  Der Bach fließt durch dieses Gebiet nach Süden in den Ort hinein und löst dort immer wieder Überschwemmungen aus. Deshalb wünscht sich der Gemeinderat auch ein Flutbecken an dieser Stelle, dass einen Teil der Wassermassen bei starken Regenfällen auffangen und den Ort entlasten könnte.

Bei einem Abstimmungstermin mit Behördenvertretern habe sich aber herausgestellt, dass der gewünschte Hochwasserschutz  ein aufwendiges Planungsverfahren voraussetzen würde, das die Gebietsplanung erheblich verzögern könnte. Bürgermeisterin Agens Droste kündigte in der Ratssitzung an, sie werde in Kürze ein Gespräch mit den Behördenvertretern führen. Dort will sie klären, ob sich der Hochwasserschutz verbessern lässt, ohne die Baugebietsplanungen in Mitleidenschaft zu ziehen.


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