Schnuppertag des Monumentendienstes Bersenbrücker Berufsschüler lernen historische Handwerkstechniken

Mit einem Heißluftfön und Spachtel lösen Noah Hollermann, 18 Jahre (von links), Lars Kruse, 21 Jahre und die 18-jährige Lena Summe  die alten Lackschichten einer Holztür. Foto: MonumentendienstMit einem Heißluftfön und Spachtel lösen Noah Hollermann, 18 Jahre (von links), Lars Kruse, 21 Jahre und die 18-jährige Lena Summe die alten Lackschichten einer Holztür. Foto: Monumentendienst

Bersenbrück. Der zweite Teil des Projektes „Vergangenheit hat Zukunft - Perspektive historisches Handwerk“ an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Bersenbrück ist nach den Sommerferien gestartet. Die Berufsschüler des Tischlerhandwerks aus dem dritten Lehrjahr und Berufsschüler aus dem Malerhandwerk des zweiten und dritten Lehrjahres schnupperten im September in die Welt der historischen Handwerkstechniken hinein.

Der Monumentendienst, der das Projekt an den Berufsschulen im Weser-Ems-Gebiet umsetzt, will damit bei den angehenden Handwerkern einen Impuls setzen, um die Begeisterung und das Verständnis für die Erhaltung von Baudenkmalen positiv zu beeinflussen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wer ein altes Haus besitzt, das vor 1945 erbaut wurde, der weiß, wie schwer es ist, einen Handwerker zu finden, dem man die wertvolle historische Bausubstanz anvertrauen kann. Durch das Aussterben der historischen Handwerkstechniken wird eine fachgerechte Sanierung der historischen Gebäude immer schwieriger, weil es kaum ausgebildete Handwerker auf diesem Gebiet gibt und das alte Wissen verloren geht. 

Dieses Problem will der Monumentendienst bei der Wurzel packen und spricht mit dem Projekt „Vergangenheit hat Zukunft – Perspektive historisches Handwerk“ gezielt die Gruppe der Berufsschüler an. Ermöglicht durch das Förderprogramm ECHY (European Cultural Heritage Year 2018) des Landes Niedersachsen und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege vermittelt der Monumentendienst in eintägigen Workshops im normalen Schulunterrichtes in den Bereichen „Historisches Maurerhandwerk“, „Historisches Tischlerhandwerk“ und „Historisches Malerhandwerk“ viel Wissenswertes für die Berufsschüler.

Referent Martin Schiebe (rechts), Tischler und Techniker für Baudenkmalpflege, zeigt dem 21-jährigen Jonathan Hedemann (Mitte) und dem 18jährigen Konstantin Henschel wie man den alten Kitt aus den Fensterrahmen löst. Foto: Monumentendienst

Normalerweise wird während der Ausbildung immer nach vorne auf die neuesten Techniken und DIN Normen geschaut. Der Blick in die Vergangenheit war für die Schüler der BBS Bersenbrück sehr spannend. Anstatt wegzuwerfen und durch Neues zu ersetzen, wurde den Schülern der nachhaltige Umgang mit historischen Baumaterialien vermittelt. Fensterkitt entfernen und altes, handgefertigtes Glas in ein Jahrhunderte altes Holzfenster einsetzen, Lackreste von uralten Haustüren entfernen und die Türen wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, Farbe nicht aus dem Eimer nehmen, sondern mit Hilfe von Quark und Eiern selbst anmischen - die Palette der alten Handwerkstechniken ist riesig und inspirierte die jungen Auszubildenden zu der Erkenntnis, welche Vielfalt ihr angestrebter Handwerksberuf noch bieten kann.

Alina Werner, 21 Jahre, aus Menslage, in der Lehre beim Malerbetrieb von Garrel, in Quakenbrück, erstellt eine Sandsteinimitation mit Schattenfugen. Foto: Monumentendienst

Bis Ende 2019 wird das Projekt an weiteren Berufsbildenden Schulen im Weser-Ems-Gebiet stattfinden.


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