Teil des Zukunftsdiploms Kinder erforschen Kläranlage in Bersenbrück

Von Sebastian Bobe

Das Wasser ist gereinigt, darf aber noch nicht getrunken werden. Foto: Sebastian BobeDas Wasser ist gereinigt, darf aber noch nicht getrunken werden. Foto: Sebastian Bobe

Bersenbrück. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie sahen, wie komplex und vielfältig die Prozesse sind, die das Abwasser in der Kläranlage Bersenbrück durchlaufen muss. Den Kindern wurde durch diese Veranstaltung des Zukunftsdiploms ein Blick hinter die Kulissen einer gewährt. Zudem bekamen sie einige Tipps für den nachhaltigen und umweltfreundlichen Umgang mit unserem Wasser.

Durch die Anlage führte Jürgen Kamp, Fachkraft für Abwassertechnik des Wasserverbands Bersenbrück. Doch auch dieser war erstaunt, dass einige Kinder bereits großes Vorwissen über die Abläufe in einer Kläranlage besaßen. Auf die Frage, wie lange die Anlage für die Wasserreinigung brauche, kam die richtige Antwort – nämlich drei Tage - prompt von einem Kind.  

Kamp begann seine Führung im Rechengebäude, wo Feststoffe und andere Gegenstände, die nicht ins Abwasser gehören, aussortiert werden. Dieser Ort, der liebevoll auch „Gedächtnisecke“ genannt wird, habe schon manch überraschenden Gegenstand zum Vorschein gebracht. „Damals haben sogar Menschen bei uns nach verlorenen Eheringen gesucht“, berichtet Kamp. Heute sei dies durch stärkere Pumpen und moderne Technik unmöglich geworden, da diese Gegenstände vor Ankunft im Rechen bereits zerstört würden.

Vom Sand- unf Fettfang zum Belebungsbecken

Anschließend gelangt das Abwasser in den Sand- und Fettfang, wo sich durch die niedrige Fließgeschwindigkeit Fett an der Oberfläche und Sand am Boden absetzt und so vom Wasser getrennt werden kann. Nach dem Aufenthalt im Belebungsbecken, wo das Abwasser von Mikroorganismen gereinigt wird, führt der Weg in das Nachklärbecken, in dem der Bakterienschlamm entfernt wird.

Nach diesen Reinigungsstufen gelange das Wasser zurück in die Natur. Kamp zeigte den Kindern, dass das Wasser am Ende der Reinigung wieder klar sei. „Auch der eklige Gestank ist weg“, stellte eines der Kinder fest. Trotzdem sei das Wasser aufgrund von Keimen nach der Reinigung nicht für den Verzehr geeignet, so Jürgen Kamp. Das werde dann im Wasserwerk gemacht. Einige Kinder schlossen eine Rückkehr in die Kläranlage in Zukunft nicht aus. 

100 Kurse im Nordkreis

„Dem Schmutz an den Kragen“ lautete der Name der Veranstaltung des neu geschaffenen Projekts Zukunftsdiplom der Volkshochschule (VHS) Osnabrücker Land ist. Für diese Initiative bieten die Veranstalter seit Juni mehr als 100 Kurse im Nordkreis an, die sich um das Thema Umwelt drehen. Dazu arbeitet die VHS mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen. „Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir uns sogar entschieden, 25 zusätzliche Kurse anzubieten“, berichtet Andrea Vahrenhorst von der Programmbereichsleitung. Ziel sei es, jugendliches Interesse und Engagement an der Natur mit dem Diplom zu würdigen. Um dies zu erhalten müssten die Kinder an mindestens drei Veranstaltungen teilnehmen. Anmeldungen sind erforderlich, die Teilnahme ist für die Kinder kostenlos. Im November ist eine Abschlussveranstaltung geplant, bei der die Kinder ihre Diplome erhalten. Hierzu habe auch die neue Landrätin des Landkreises Osnabrück, Anna Kebschull, zugesagt.


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