So verlief der Freitagabend Reggae Jam in Bersenbrück: Grandioser Freitag mit Alborosie

Übertrumpfte seinen großartigen Auftritt von 2017: Alborosie setzte den Schlusspunkt der ersten Livemusiknacht auf dem Reggae-Jam-Festival.  Foto: Reinhard FanslauÜbertrumpfte seinen großartigen Auftritt von 2017: Alborosie setzte den Schlusspunkt der ersten Livemusiknacht auf dem Reggae-Jam-Festival. Foto: Reinhard Fanslau

Bersenbrück. Die erste von drei Konzertnächten die Reggae Jam endete grandios mit Alborosie und seiner Band Shengen Clan. Sowieso war der Auftakt des Festivals in Bersenbrück musikalisch hochkarätig wie selten. Gleich nach der Eröffnung stellte sich das typische Reggae-Feeling ein. Nicht einmal Regen am Nachmittag und frühen Abend trübte die Stimmung.

Nur zwei Worte brauchte  der Veranstalter kurz nach Mitternacht für seine Bilanz des ersten Tages. „Läuft super“, meinte Bernd Lagemann mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht, um dann noch auf die Bühne zu gehen und beim Auftritt von Kumar & The Habaneros an den Congas mitzumischen. 

Anders als das Wacken-Festival, das am Freitag wegen Unwetters unterbrochen werden musste, kam die große Reggae-Party gut weg. Ab dem späten Abend blieb es trocken.

So stand dann die Musik eindeutig im Vordergrund. Nach den ersten beiden Acts am frühen Abend setzte ein Künstler aus Namibia mit seiner Show ein dickes Ausrufezeichen. Ees, ein 35-jähriger weißer Sänger mit deutschen Wurzeln aus Windhuk, überzeugte die Fans  mit afrikanischem Einschlag. Sein stark bläserunterstützter, extrem tanzbarer Sound und sein sympathisches Auftreten verwandelte die Menge vor der Bühne in eine wogende Masse.

Tanz mit Gehhilfen

Rootz Underground schalteten dann mit ihrem eher relaxten Roots Reggae einen Gang herunter, ehe dann mit Israel Vibration altgediente Helden der Szene die Bühne betraten und ebenfalls Roots Reggae spielten. Die strenggläubige Band ist seit 1976 am Start. Drei der Mitglieder waren früh an Kinderlähmung erkrankt. Zwei von ihnen, Cecil Spence und Lascelle Bulgin, treten nur mit Unterarmgehhilfen auf. Trotzdem ließen sie es sich nicht nehmen, eine kleine Tanzeinlage hinzulegen, wofür sie spontanen Riesenbeifall bekamen. Das war einer der vielen magischen Momente, die die Reggae Jam ausmachen.

Das Trio Ward 21 bediente mit einer lauten, extrovertierten Show besonders den Geschmack der jüngeren Dancehall-Fraktion. Und den von Moderator D-Flame. 

Dann war mit  Tanya Stephens der zweite weibliche Star nach Treesha am frühen Abend an der Reihe. Mit einer langen, erfolgreichen Karriere im Rücken legte die Jamaikanerin einen souveränen, aber trotzdem engagierten und inspirierten Auftritt hin.

Tanya Stephens. Foto: Reinhard Fanslau

Damit war das Feld für Alborosie bereitet. Der seit Jahrzehnten auf Jamaika lebende Italiener glänzte schon vor zwei Jahren als Abschluss-Act in Bersenbrück. Diesen Auftritt übertraf der 42-Jährige am Freitag mit einer energiegeladenen und großartig aufgelegten Band noch. Alborosie sprühte nur so vor Lust und Laune. Bis 3 Uhr morgens war es vor der Bühne voll, weil alle Alborosie sehen wollten. Sie wurden bestens bedient und traten glückselig den Heimweg oder Rückzug in ihre Zelte an.


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