"Traditionspflege im besten Sinne" Riester Schützen feiern "100-jähriges" mit großem Festkommers

Von Holger Schulze

Das große Festzelt war bestens gefüllt beim Kommers zum 100-jährigen Bestehen des Riester Schützenvereins. Foto: Holger SchulzeDas große Festzelt war bestens gefüllt beim Kommers zum 100-jährigen Bestehen des Riester Schützenvereins. Foto: Holger Schulze
Holger Schulze

Rieste. Der Schützenverein Rieste feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Beim Kommers zum Schützenfest am Samstagabend, 20.Juli 2019, zeigte sich Präsident Manfred Teske „überwältigt zu sehen, wie viele befreundete Vereine unserer Einladung gefolgt sind“.

Anschließend dankte er „all jenen, die es durch Mut und Tatkraft geschafft haben, die Symbole unseres Schützenvereins auch in den schweren Zeiten des Zweiten Weltkrieges zu beschützen und zu bewahren. Nur dank ihrem außergewöhnlichen Engagement konnten die verbliebenen Vereinsmitglieder im Jahre 1951 erstmals wieder ein gemeinschaftliches Schützenfest in Rieste feiern“. Ein besonderes Anliegen war es für Manfred Teske, die „tiefe Freundschaft zum Schützenverein Sögeln“ sowie die zu weiteren Schützenvereinen in seiner Ansprache hervorzuheben.

Besondere Ereignisse

Als besondere Ereignisse in der Vereinsgeschichte markierte Manfred Teske den 1979 erfolgten Eintritt der ersten Damen in den Verein, den 1986 vorgenommenen Kauf des “Besenbinderhofes” als stetige Anlaufstelle „für den Verein und alle Riester“ sowie die nach dreijähriger Renovierung vollzogene Einweihung des Schützenhofes im Jahre 1989.  Auch die Gründung der vier Kompanien Damen, Diek, Dorf und Hammer-Rott fanden in seiner Rede Erwähnung. 

Durch die Vermietung von Räumen an die Jägerschaft Rieste, den Heimatverein und die Jagdhornbläser Rieste/Alfhausen konnten gleich „mehrere Traditionsvereine gefunden werden, die das Motto „Aus alter Wurzel neue Kraft“ aufrecht erhalten und an die nachfolgenden Generationen weitergeben”. Abschließend erinnerte  Teske noch an die 2018 abgeschlossene umfangreiche Sanierung des Schützenhofes.

Bürgermeister Sebastian Hüdepohl überbrachte die Glückwünsche des Riester Rates und der Gemeinde sowie  der Samtgemeinde Bersenbrück. Sein Rückblick ergänzte Details aus der Entstehungsgeschichte des Vereins, der vor 100 Jahren als Verein zum sportlichen Wettschießen von 51 Männer gegründet worden war.  Die Schützenfeste hätten sich immer weiter zu einem Dorffest entwickelt, bis der Zweite Weltkrieg und die Besatzungszeit die fröhlichen Feiern zum Erliegen gebracht hätten.  

"Hier ist Heimat"

„Die Schützen haben Einfluss auf das gesellschaftliche Leben. Die Schützenfeste bestimmen den Rhythmus unseres Dorfes und sind ein großes Dorf- und Volksfest geworden. Hier werden Kontakte gepflegt, hier trifft man sich und kommt miteinander ins Gespräch. Dieses Fest ist immens wichtig für das dörfliche Leben, ist auch ein Stück zuhause Sein. Hier ist Heimat“, beschrieb  Hüdepohl die erhebliche Bedeutung der Schützenfeste für Rieste. Der persönliche Einsatz des Vorstandes und der Mitglieder stelle für Rieste einen unschätzbaren Wert dar. Dass seit 40 Jahren die Frauen ebenfalls dabei seien und den Männern manchmal dezent zeigten, wo es lang geht, war für Sebastian Hüdepohl ebenfalls erwähnenswert.  

Als letzter offizieller Redner überbrachte Pfarrer Jan Witte neben den Glückwünschen auch Gottes Segen. Die 100 Jahre des Schützenvereins seien nicht nur eine Zahl, nicht Folklore, sondern Traditionspflege im besten Sinn und Ausdruck einer Haltung, die sich am Erhalt des Dorfes orientiere.

„Nach dem Krieg kamen die Männer zurück und verarbeiteten ihre Erfahrungen in der Gemeinschaft von Vereinen. Sie haben mitgewirkt, dass das Vereinsleben in Rieste nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zum Blühen kam. Leisten Sie Ihren Beitrag auch weiterhin so, wie die übrigen Vereine von Rieste auch, dann brauchen wir uns über unser Leben in Rieste keine Gedanken machen“, appellierte Jan Witte an die Schützen.

Eine lange Reihe von Grußworten der Vertreter von Nachbar- und befreundeten Vereinen schlossen die Redebeiträge des Jubiläumskommerses ab.

Zahlreiche Ehrungen

Umfangreich war auch die Anzahl der zu Ehrenden bei diesem Kommers. Fanden bislang nur Ehrungen bei einer 25- und 40-jährigen Vereinszugehörigkeit statt, so hatte man sich entschlossen, auch bei 50-jähriger Vereinstreue diese besonders zu würdigen. Deshalb stand es beim Jubiläumskommers an, sämtliche Mitglieder, die 50 Jahre und länger dem Verein angehören auszuzeichnen. Rund 50 Mitglieder wurden demgemäß am Samstagabend gewürdigt.  




Hiernach oblag es der Blaskapelle Lappenstuhl, 




  das Kommerspublikum noch eine Zeit lang weiter musikalisch zu unterhalten, bis dann der vom IMV Neuenkirchen gespielte Zapfenstreich die Eröffnung der Schützenfesttage beendete.


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