Zum Todestag des NS-Gegners Ankum: Musikmeditation für August Benninghaus

Ein Stolperstein erinnert in  Münster August Benninghaus. Dem Krtiker des NS-Regimes und Märtyrer wird am Samstag in Ankum eine musikalische Meditation gewidmet. Foto: Detert Brummer-BangeEin Stolperstein erinnert in Münster August Benninghaus. Dem Krtiker des NS-Regimes und Märtyrer wird am Samstag in Ankum eine musikalische Meditation gewidmet. Foto: Detert Brummer-Bange

Ankum. Am Samstag, 20 Juli, jährt sich zum 77. Mal der Todestag von August Benninghaus. Der jüdische Musikwissenschaftler Mosei Boroda ehrt den Pater und christlichen Märtyrer, den im Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Konzentrationslager ums Leben kam, mit einem Gesamtkunstwerk aus Musik, Texten und Bildern.

Die Aufführung soll  am Samstag in der St.-Nikolaus-Kirche in Ankum stattfinden im Rahmen einer Gedenkfeier, die der Freundeskreis P. August Benninghaus SJ ausrichtet. Sie beginnt um 18.30 Uhr mit einer Märtyrer-Vesper. Um 19 Uhr folgt ihr die Meditation "Denn Dein ist das Reich", in der Boroda-Texte vorgetragen werden, begleitet von Bildern aus dem Leben des Paters und Musikstücken von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und  Franz Schubert.  Am Schluss soll Borodas eigene Komposition Arioso dolente zu hören sein.

August Benninghaus. Repro: Hermann Rieke-Benninghaus

Boroda wurde 1947 in Tiflis geboren, der Hauptstadt Georgiens. Dort studierte er am Staatlichen Konservatorium, arbeitete als Musikwissenschaftler. Er komponierte Kammermusik, teils in jüdischer oder jiddischer Tradition,  vertonte Gedichte jüdischer, deutscher, russischer und georgischer Dichter. Zugleich schrieb er Kurzgeschichten und Gedichte, die er später selbst ins Deutsche übersetzte. Boroda lebt seit 1989 in Deutschland, damals erhielt er er das internationale Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung für die Erforschung der Beziehungen zwischen Sprache und Musik.

Mosei Boroda. Foto: www.karl-leisner.de

Zu seinen vielseitigen Interessen gehören auch christliche Märtyrer des 20. Jahrhunderts, in denen er eine Parallele sieht zu seinen jüdischen Glaubensgenossen: Den Widerstand gegen das gottlose  nationalsozialistische Regime. Im März widmete er eine musikalische Lesung in der Kirche von Ranis in Thüringen sechs Märtyrern, unter ihnen Dietrich Bonhoeffer und Edith Stein.

August Benninghaus wurde 1880 in Druchhorn geboren, das heute zur Gemeinde Ankum gehört. Mit  20 Jahren trat er in den Jesuitenorden ein und wurde 1913 zum Priester geweiht. Er wirkte als Pfarrer im Rheinland und Westfalen und als Exerzitienmeister seines Ordens. Nach einer ersten Anklage 1938 wurde Benninghaus 1941 verhaftet und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Am 11. März 1942 wurde er in das KZ Dachau verlegt, wo am 20. Juli 1942 an den Folgen von Misshandlungen und Entkräftung starb. 


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