Keine Genehmigung Bahn bremst Breitband im Osnabrücker Nordland aus

55 Kilometer Glasfasernetz wurden im Ausbaulos „Alfhausen, Rieste, Bramsche-Nord“ verbaut, dessen Bau Bürgermeister und Landrat gemeinsam starten. Wann sie zur Verfügung stehen, ist offen, weil zur Schließung der Lücke unter der Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg eine Genehmigung der Deutschen Bahn fehlt. Foto: Landkreis Osnabrück/Uwe Lewandowski55 Kilometer Glasfasernetz wurden im Ausbaulos „Alfhausen, Rieste, Bramsche-Nord“ verbaut, dessen Bau Bürgermeister und Landrat gemeinsam starten. Wann sie zur Verfügung stehen, ist offen, weil zur Schließung der Lücke unter der Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg eine Genehmigung der Deutschen Bahn fehlt. Foto: Landkreis Osnabrück/Uwe Lewandowski

Alfhausen. Die Fertigstellung des Breitband-Glasfaserkabels von Quakenbrück bis Rieste könnte sich um Monate verzögern. Zwar sind die meisten Arbeiten schon erledigt, doch es fehlt eine Genehmigung der Deutschen Bahn, um das Kabel in Alfhausen unter der Bahnlinie hindurchzuziehen.

Axel Meyer zu Drehle lebt in Gehrde im Außenbereich und wartet schon lange auf akzeptable Datengeschwindigkeiten zur Nutzung des Internets zuhause. Im Juni sollte die Leitung vor seiner Haustür eigentlich fertig sein. Als nichts passierte, fragte das Gehrder Ratsmitglied beim Landkreis Osnabrück und seiner Telefongesellschaft Telkos nach und erfuhr Verwunderliches.

Ein Landkreissprecher bestätigt aber, was Meyer zu Drehle kürzlich in einem Gehrder Ratsausschuss öffentlich machte. Demnach hatte die Telkos ein  Planungsbüro eingeschaltet, um die Genehmigung einzuholen, ihr Glasfaserkabel in Alfhausen-Heeke unter der Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg hindurchzuziehen. Vor einem Jahr hätten Vertreter dieses Büros sämtliche Anträge eingereicht, die die Telkos betreffen. Die Unterlagen hätten sie persönlich bei der DB Immobilien in Hamburg abgegeben.Drei Monate später wies die DB Netz in Hannover die Anträge als "nicht prüffähig" zurück.

Betroffen sind  Kabelverzweiger, die rund  700 Anschlüsse versorgen, plus 253 Direktanschlüsse. Die Osnabrücker baten um ein Beratungsgespräch, stattdessen bekamen sie ein Liste von der DB mit fünf Namen von Planungsbüros, die sich "nach Einschätzung der Bahn besonders gut mit dem Genehmigungsverfahren auskennen sollen", so Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff.

Die Telkos beauftragte eines der Büros. Es kam aber auch nicht von der Stelle und warf schließlich im Februar 2018 das Handtuch.

Die Telkos schaltete um auf Plan C und tat sich mit der Westnetz GmbH zusammen. Die verfügt über ein genehmigtes Leerrohr für ihre Stromleitungen in Alfhausen. Für dessen Nutzung wollte die Westnetz zwar Geld haben, die Telkos war aber bereit zu zahlen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Die Deutsche Bahn habe der Westnetz aber mitgeteilt, dass auch bei der Nutzungsänderung von „Strom“ zu „Telefon“ eine technische Überprüfung erforderlich sei, die vermutlich mehrere Monate dauern wird. "Warum eine 'technische' Prüfung erfolgen soll, ist nicht nachvollziehbar, da keine Bahnquerung gebaut werden soll," schreibt Riepenhoff. Es solle lediglich ein Glasfaserkabel in ein bestehendes Leerrohr eingezogen werden.

Wartezeiten von neun Monaten für Bahngenehmigungen seien nicht unüblich, verweist Riepenhoff auf Erfahrungen der Landkreistochter Oleg bei der Erschließung eines Gewerbegebietes in Belm.

Axel Meyer zu Drehle wirft der DB, dass dort  niemand wirklich zuständig sei  und sie den Breitbandausbau bremse. Eine Bahnsprecherin  weist die Vorwürfe ausdrücklich zurück. Im fraglichen Bereich seien sechs Leitungskreuzungsanträge gestellt worden, die die Deutsche Bahn "qualifiziert zurückgewiesen". Teils seien die Unterlagen unvollständig gewesen, oder es sei um Grundstücke gegangen, die nicht der DB gehörten.

Die Sprecherin verweist darauf, dass die Deutsche Bahn eine Checkliste für Bahnquerungsanträge  herausgegeben habe, die im Internet für Planungsbüros zugänglich sei. Danach sollten Anträge innerhalb von 16 Wochen bearbeitet werden, weiß auch Riepenhoff. Wenn Anträge als unvollständig oder fehlerhaft zurückgewiesen würden, beginne die Frist  wieder neu zu laufen.






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