Demnächst in New York Geschichtsträchtiges Holz in Kreissparkasse Bersenbrück

Friedensbotschafter vor dem Werk des deutschen Künstlers Günther Uecker: Initiatoren und Unterstützer des Kunstprojekts "1914-1918 - not then, not now, not ever". Foto: Peter SelterFriedensbotschafter vor dem Werk des deutschen Künstlers Günther Uecker: Initiatoren und Unterstützer des Kunstprojekts "1914-1918 - not then, not now, not ever". Foto: Peter Selter

Bersenbrück. Mit einem kurzweiligen Blick auf das Kunstprojekt "1914-1918 - not then, not now, not ever" präsentierte jetzt das Team um den Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb in der Kreissparkasse Bersenbrück, wie ein internationales Kunstprojekt auf den Weg gebracht wurde.

"Das Projekt steht für die Friedensregion Osnabrück," betonte Landrat Michael Lübbersmann. Der Initiator und Künstler Volker-Johannes Trieb habe ihn gleich im ersten Gespräch vor drei Jahren überzeugt und er habe spontan seine Unterstützung zugesagt, so der Landrat. 

Bis zum 6. Januar 2019 sei die Ausstellung noch im Deutschen Bundestag zu sehen gewesen, so Michael Lübbersmann. In dem Kunstprojekt sind 31 symbolhafte Friedenszeichen entstanden, die von Künstlern aus den 31 Staaten, die am Ersten Weltkrieg militärisch beteiligt waren, gestaltet wurden. Den Ausgangspunkt bildete jeweils ein Quader aus Eichenholz der von Bäumen von einem Schlachtfeld in einem damaligen Frontabschnitt im Elsass stammt. Drei der Werke sind jetzt in den Räumen der Kreissparkasse Bersenbrück zu sehen. "Den Spirit aus Berlin in den Abend holen" wünschte sich Kreissparkassenvorstand Lars Pfeilstricker, der die gut 120 Gäste des Informationsabends begrüßte. 

Viel "Herzblut" im Projekt

"Wir möchten alle Menschen mit der Ausstellung erreichen" betonte Therés Lubinetzki von der Galerie Breckner aus Düsseldorf, die über die Stiftung "Art & Culture" von Till Breckner das Projekt begleitet. Alle Beteiligten hätten viel "Herzblut" bewiesen, jetzt seien neben dem Osnabrücker Land die geplanten Stationen in New York und Brüssel Bestätigungen für den Wert der Kunstwerke. 


Moderiertes Podium: die Projektbeteiligten berichteten über die Arbeit der vergangenen drei Jahre. Foto: Peter Selter


"Hut ab vor der regionalen Wirtschaft" sagte Moderator Gerd Beckmann, der mit dem Projektteam ein Gespräch über die Entstehung und den Verlauf des internationalen Projekts führte. Förderzusagen in Höhe von 700000 Euro lägen bereits vor, die letzten 100000 Euro, die für den Fortgang des Projektes benötigt würden, seien realistisch zu erwarten, so Helmut Kemper, der seitens des Landkreises Osnabrück das Projekt begleitet hat. Sie alle hätten sich in dem Projekt sehr gut ergänzt, freute er sich. Der Funke sei im gesamten Team sofort übergesprungen, so Kemper.

Es seien bereits mehrere Friedensprojekte in der Region gelaufen, die auf Volker-Johannes Trieb zurückgehen würden, so Gerd Beckmann. Die Friedenszeichen, die ausgehend von der Varus-Schlacht in Kalkriese überall im Landkreis Osnabrück zu sehen seien und die "Europa-Installation" vor dem Bersenbrücker Rathaus gingen auf den Künstler der Region zurück.

Werke mit starker Materialsprache

Es sei faszinierend, was die historischen Hölzer alles zu erzählen hätten, betonte Volker Johannes Trieb. Er freute sich über die starken Partner, die sein Projekt positiv unterstützt hätten, so der Künstler. Volker Johannes Trieb: "Wenn ich an eine Idee glaube, sehe ich keine Probleme. Im Nachhinein denke ich dann schon, wie ich das eigentlich machen konnte".

Andreas Brenne betonte, dass Kunst biografisch relevant werden müsse, um sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene zu begeistern, so der Professor der Universität Osnabrück, der das Projekt pädagogisch begleitete. "Die Stücke haben eine sehr starke Materialsprache" so der Wissenschaftler. 


Schauspieler Thomas Kienast rezitierte aus dem Weltkriegsroman von Erich Maria Remarque "Im Westen nichts Neues". Foto: Peter Selter


Die Projektpartner formulierten zudem ihre Wünsche rund um die Ausstellung. Zehn Jahre lang solle die Ausstellung durch alle beteiligten Länder reisen, wünschte sich Therés Lubinetzki. Das fand auch Helmut Kemper gut, da so der Friedensgedanke aus dem Osnabrücker Land in die ganze Welt getragen werde. Andreas Brenne wünschte sich, dass die Menschen in einen Austausch zu den Wegen um Frieden kommen würden und Künstler Volker-Johannes Trieb machte es kurz und wünschte sich "in letzter Konsequenz den Weltfrieden". Für Moderator Beckmann solle aus dem Projekt ein Prozess werden, der den Friedensgedanken dauerhaft am Leben zu erhalten.

Stimmungsvoll las Thomas Kienast, Schauspieler des Theaters Osnabrück, aus dem Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque, bevor die Gäste des Abends die Kunstwerke in der Schalterhalle der Kreissparkasse in Augenschein nehmen konnten. Die nächste Station der Ausstellung ist das Museum und Park Kalkriese. Danach treten die Kunstwerke ihre Reise nach New York an, um im Gebäude der Vereinten Nationen gezeigt zu werden. 


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