Gewerbsmäßiger Betrug Ehemaliger Ankumer muss vier Jahre in Haft

Das Amtsgericht Bersenbrück verurteilte einen Mann wegen Betrugs zu vier Jahren Haft. Symbolfoto: Sigrid SchülerDas Amtsgericht Bersenbrück verurteilte einen Mann wegen Betrugs zu vier Jahren Haft. Symbolfoto: Sigrid Schüler

Bersenbrück. Das Amtsgericht Bersenbrück hat jetzt einen 41-jährigen Mann wegen gewerbsmäßigen Betruges zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Er habe in Bersenbrück, Quakenbrück und Ankum Waren gekauft und nicht bezahlt, so der Vorwurf.

Es seien immer hochwertige Waren gewesen, die der Angeklagte  unter anderem in Bersenbrück, Quakenbrück und Ankum gekauft und nicht bezahlt habe, warf der Staatsanwalt dem in Remscheid geborenen Mann vor. In Bersenbrück habe er ein Waschmaschine und einen Wäschetrockner auf Rechnung gekauft und  unter falschem Namen ein Kundenkonto bei einem Baustoffhändler eröffnet. Viermal habe der Angeklagte Waren für die Renovierung seiner Wohnung abgeholt und das Kundenkonto damit belastet. Insgesamt habe er, der seit März 2018 in der Justizvollzugsanstalt  Lingen untergebracht ist, die Verkäufer um Waren im Wert von 5700 Euro betrogen. 

"Einfachster Weg um an Geld zu kommen"

Seit Mitte 2017 sei er arbeitslos, seinen Beruf als Koch könne er wegen fehlender Mobilität nicht ausüben, sagte der Angeklagte, der geschieden ist und eine achtjährige Tochter hat. Er sei in einer schwierigen Situation gewesen. Mit einer neuen Lebensgefährtin und deren Kindern habe er in ein Haus in Holdorf beziehen wollen. Wegen erforderlicher Renovierungsarbeiten habe es  Stress mit dem Vermieter gegeben. Deswegen habe er  keine Vermieterbescheinigung bekommen, die für eine Anmeldung des Wohnsitzes und damit den Bezug von Sozialleistungen Voraussetzung gewesen wäre. "Zu dem Zeitpunkt war es der einfachste und schnellste Weg an Geld zu kommen," räumte der Angeklagte ein. Dabei hat er auch  eine EC-Karte genutzt, die er im Sommer 2017 in einer Disco gefunden und behalten hätte. 

Auf eine Notsituation wollte sich der Staatsanwalt nicht einlassen. "Sie sind in dem gesamten Zeitraum fast täglich unterwegs gewesen," sagte er. Zudem seien es immer hochwertige Waren gewesen, die der Täter sich durch Betrug verschafft habe. Einiges habe er selbst benutzt, anderes durch Verkauf zu Geld gemacht. 

Langes Vorstrafenregister

Der Blick in das Vorstrafenregister des Angeklagten dauerte etwas länger. Seit dem Jahr 2006 gab es insgesamt 16 Verurteilungen wegen betrügerischen Verhaltens. Häufiger habe der Angeklagte entweder online Waren bestellt und nicht bezahlt oder Artikel verkauft, die er gar nicht hatte, um an Geld zu kommen.

Drei Strafen aus vorhergehenden Urteilen seien noch nicht erfüllt, stellte der Staatsanwalt fest. Daher lautete der Vorschlag, die Urteile jetzt in die Entscheidung einzubeziehen und eine Gesamtstrafe daraus zu machen. Ziel solle es jetzt sei, einmal insgesamt festzulegen, was den Angeklagten erwarte und so auf die Taten "einen Deckel drauf zu kriegen", so der Staatsanwalt. 

"Typischer Betrüger"

"Sie sind ein typischer Betrüger, die man in Gerichtssälen trifft," so der Staatsanwalt.  Er sei ein klarer Bewährungsversager, die Taten seien klar gewerbsmäßiger Betrug gewesen. Als Gesamtstrafe forderte er das maximale Maß, das einem Schöffengericht möglich sei, vier Jahre Freiheitsstrafe. Es gebe keine positive Sozialprognose, die Gefahr sei groß, dass er in alte Verhaltensweisen zurückfalle und seinen Lebensunterhalt wieder durch Betrug finanziere. Der Rechtsanwalt des Angeklagten konnte den Antrag des Staatsanwaltes nach seinen Worten nachvollziehen. 

Dem entsprach das Gericht und verurteilte den Angeklagten zu vier Jahren Haft. Zusätzlich muss der 41-jährige die Schäden ersetzen und die Verfahrenskosten tragen. "Es ist bitter, dass bei ihnen nicht zu holen ist," sagte die Richterin.

"Es tut mir leid, kommt nicht wieder vor," so der Verurteilte. Er wolle jetzt mit seinem Psychotherapeuten einen Notfallplan entwickeln, damit er so etwas nie wieder mache. Auch deswegen, weil er nicht Gefahr laufen wolle, wieder so lange sein Kind nicht zu sehen. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN