80.000 Euro aus Bundesprogramm Samtgemeinde Bersenbrück will "Demokratie leben"

Für vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander setzt das Bundesprogramm "Demokratie leben" sich ein. Bildquelle: www.demokratie-leben.deFür vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander setzt das Bundesprogramm "Demokratie leben" sich ein. Bildquelle: www.demokratie-leben.de

Bersenbrück. Die Samtgemeinde Bersenbrück bekommt 80 000 Euro aus einem Bundesprogramm für Projekte, die Einheimische und Aussiedler einander näherbringen soll.

Wie die Samtgemeinde mitteilt, stellte Jugendpfleger Maik Bienk das Projekt kürzlich im Ausschuss für Bildung, Familie, Jugend und Sport das Projekt vor. Es heißt  „Demokratie leben“ wie das   Bundesprogramms, aus dem  80 000 Euro für das  erste Projektjahr zur Verfügung stehen, eine Verlängerung sei geplant.

Projektträger sein soll der Verein „Miteinander bunt“, der aus dem Verein Jugendtreff in Bersenbrück hervorging. Leona Heppner übernimmt die Koordinierung. Projektziel ist die Förderung  interkulturellen Lebens in der Samtgemeinde, insbesondere zwischen Aussiedlern und Einheimischen. Aussiedler, hauptsächlich Russlanddeutsche, machen etwa ein Fünftel der Bevölkerung der Samtgemeinde aus. Sie seien mittlerweile zwar "in der deutschen Gesellschaft angekommen", sagt Bien.  Es gebe aber "Parallelwelten und Vorurteile auf beiden Seiten". Ein Begleitausschuss und ein Jugendforum seien geplant. Ende April soll eine  Demokratiekonferenz stattfinden. 

Kita-Plätze: Trotz aller Anstrengungen zum Bau von Kindergärten und Krippen fehlen in einigen Mitgliedsgemeinden zum neuen Kindergartenjahr im Sommer Betreuungsplätze. Dies berichte Fachdienstleiterin Dagmar Röben-Guhr. Der Bedarf sei  entgegen den Prognosen stark angestiegen.

Samtgemeindebürgermeister Horst Baier führt dies auch auf die  Beitragsfreiheit für Kinder ab drei Jahren zurück.  „Dieser Effekt wurde vom Land Niedersachsen leider nicht bei der  finanziellen Entschädigung berücksichtigt. Viele Kommunen müssen jetzt  zusätzliche Investitionen stemmen. Umso ärgerlicher ist es, dass der  Fördertopf für Investitionszuschüsse beim Land aktuell leer ist“, zitiert ihn die Pressemitteilung. Er kündigte zusätzliche Anstrengungen an, um in den betroffenen Gemeinden Lösungen zu finden. 

Senioren: Gabriele Linster, Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde, stellte Projekte aus ihrer Arbeit vor, mit der das selbständige und gesunde Leben im Alter möglichst lange unterstützt werden soll. Viele Räder müssten dazu ineinander greifen.  Gesundheitliche Versorgung gehört dazu, Unterstützung im häuslichen Alltag und der Einsatz neuer digitaler Technik. Öffentliche Begegnungsstätten und  Angebote von Vereinen und Gemeinden könnten Vereinsamungen vermeiden helfen und soziale Vernetzungen  fördern. 

Digital-Pakt Schule: Sachbearbeiter Jörg Siesenis stellte den Digital-Pakt Schule der Bundesregierung vor,  fünf Millionen Euro seien über fünf Jahre  für die digitale Infrastruktur an Schulen vorgesehen. Nach Berechnungen könnte das pro Schule rund 140.000 Euro bedeuten, beziehungsweise 500 pro Schüler, wenn sich die Länder mit an der Finanzierung beteiligen. Die Samtgemeinde will als Schulträger mit den Schulleitungen die Anschaffungen planen, sobald die Förderrichtlinien des Lande bekannt sind. 

Schon jetzt ist die EDV-Ausstattung in den Schulen der Samtgemeinde auf  hohem Niveau. Gebäudeweites W-Lan, interaktive Tafeln, Notebookklassen,  Beamer und Medienwagen, digitale Lehrerarbeitsplätze gehören zu den Standards. „Das Geld vom Bund ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. In Zukunft ist bei der Schul-IT mit stark wachsenden Kosten zu rechnen“, erwartet Baier.


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