Skulpturen mit Händen graben Kristina Berning erhält Franz-Hecker-Stipendium der Kreissparkasse Bersenbrück

Von Franz Buitmann

Kristina Berning (Mitte) erhielt das Franz-Hecker-Stipendium der Kreissparkasse Bersenbrück.   Äbtissin Britta Rook, die Kunstexperten Hartmut Girke und Ulrike Hamm und Sparkassenvorstand Bernd Heinemann (von links) stellten die junge Künstlerin vor. Foto: Franz BuitmannKristina Berning (Mitte) erhielt das Franz-Hecker-Stipendium der Kreissparkasse Bersenbrück. Äbtissin Britta Rook, die Kunstexperten Hartmut Girke und Ulrike Hamm und Sparkassenvorstand Bernd Heinemann (von links) stellten die junge Künstlerin vor. Foto: Franz Buitmann

Bersenbrück. Kristina Berning Berning erhielt das Franz-Hecker-Stipendium der Kreissparkasse Bersenbrück. Für ihren Aufenthalt in Börstel hat sich die 32-jährige Künstlerin schon etwas Besonderes ausgedacht: Sie will Skulpturen mit den Hände aus einem Tonblock "ausgraben".

Mit dem Franz-Hecker-Stipendium bietet die Kreissparkasse Bersenbrück jungen Künstlern die Möglichkeit, sich drei Monate in die Abgeschiedenheit und Idylle des Stifts  Börstel zurückziehen und ganz ihrer Kunst zu widmen. 118 Bewerbungen gab es im achten Durchlauf, berichtete Bernd Heinemann von der Kreissparkasse  bei der Vorstellung der neuen Stipendiatin im Museum im Kloster in Bersenbrück. Dort ist noch bis zum 14. April eine Ausstellung mit Bildern Franz Heckers zu sehen. Nach dem Bersenbrücker Maler  (1870–1944) ist das Stipendium benannt worden.

Mit dem Sparkassenvorstand waren die Kunstexperten Hartmut Girke und Ulrike Hamm gekommen, die zur Jury gehören, die die Preisträger auswählt, und  Britta Rook, Äbtissin des Stiftes Börstel. Heinemann stellte die 32-jährige Künstlerin vor, die  Skulpturen aus Gips und Lack formt, mit Metallen arbeitet,  Holz, Spanplatten und Styropor. Ihre Werke sind unter anderem  zu finden im Museum Folkwang in Essen und im Marta in Herford. 2005 bis 2010 besuchte sie die Kunstakademie in ihrer Heimatstadt Münster und wurde Meisterschülerin des niederländischen Bildhauers Henk Visch.  

2011 wechselte Kristina Berning an das National College of Art and Design in Dublin. Heute lebt sie in Berlin.

Für ihren Aufenthalt im Sommer in Börstel hat sie schon einen Plan. Sie möchte mit einer Technik arbeiten, die sie "Digging Sculture" nennt, was man mit  "eine Skulptur graben" übersetzen könnte. Mit bloßen Hände gräbt sie dazu einen Hohlraum von menschenähnlicher Form in einen Tonblock, schildert sie. Der Hohlraum wird mit Gips ausgegossen. Sobald der Gips erhärtet ist, wird der Tonblock entfernt. Berning bearbeitet die entfernt menschenähnliche Figur weiter. "Es geht hier um einen bildhauerischen Entstehungsprozess, der ästhetisch nicht zu kalkulieren ist", sagt sie dazu. "Wie die Form zuletzt aussehen wird, bleibt ungewiss."

Als Teil einer Installation wird die Figur dem Betrachter zugänglich. Die Technik wendete Berning im vergangenen Jahr an bei Objekten bis zu einer Größe von 2,70 Meter, die im Museum Folkwang ausgestellt wurden. Was sie im Sommer in Börstel schafft, soll wie üblich im Herbst oder im Winter in den Ausstellungsräumen der Kreissparkasse in Bersenbrück zu sehen sein.


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